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:: Gendersternchen, over & out ::

Mir hat noch nie eingeleuchtet, wieso es besonderer Erwähnung bedarf, daß es Menschen gibt, die angeblich “anders” sind wie zum Beispiel Homosexuelle, People of Color, Behinderte und so. Im Grunde sind wir alle anders oder können sehr schnell dazu werden, weswegen ich alles als Normvariante betrachte (reden wir nicht von Inklusion – auch wichtig, aber das führt mich jetzt vom Kern weg). Insofern hatte ich immer ein wenig Magengrimmen beim Gendersternchen. Ich finde den Gedanken, der dahintersteckt, total gut. Wir sind kommunikative Wesen und auch wenn unser Hirn im Verhältnis zu unserem restlichen Körper von beachtlicher Größe ist, fällt es doch schwer, sich präzise auszudrücken. Da spielt ja zudem noch diese Sende-Empfänger-Problematik mit rein. Das Gendersternchen verstehe ich als Bemühen um Unmißverständlichkeit. Es ist für mich Ausdruck einer toleranten, nicht-diskriminierenden Haltung. Der Punkt ist nur, daß ich das Gendersternchen beim Schreiben und Lesen lästig finde – und für mich persönlich auch überflüssig. Wenn ich “Frau” sage, dann meine ich alle, die sich damit angesprochen fühlen. Wenn ich “Mann” sage, ebenso. Und das trifft auf alle diese Begriffe zu, die neuerdings mit Sternchen markiert werden. Mir kommt es durchaus so vor, daß das Gendersternchen eher zum Aufrechterhalten der Klüfte beiträgt, anstatt sie zu überwinden, obwohl es aus genau dem gegenteiligen Grund eingeführt wurde. Ich habe es ausprobiert und fühle mich damit nicht wohl, also werde ich es wieder weglassen. Free your mind and the rest will follow (En Vogue).

Valo, 16.04.2014, 13:44 | Abgelegt unter: Blogkram,Transgender | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: WochenendRückblick ::

[Wetter] Sonnig und warm. Bestes Terrassenwetter.

[Gemacht] Meine neue Brille abgeholt. Bei der Änderungsschneiderei gewesen. Samstag fing mit einem fünfstündigen Besuch in einem Wasserbettenladen an. “Wasserbett?! Hat der nicht erst seins abgeschafft?” – ja! Mit Genuß! Ich habe allerdings beim Abpumpen des Wassers festgestellt, daß das Vlies gerissen war. Wer weiß, wie lange schon. Und eine Verknubbelung führt zu den Problemen, die ich hatte. Also habe ich mich ein paar Stunden in ein Wasserbett reingelegt und war plötzlich wieder daheim. Im Nest. Juhu! Anschließend war ich mit dem Mann beim Schnell-Thailänder was essen und habe mich danach in das Trockensystem zuhause reingelegt. Oder es versucht. Geht gar nicht. Den Rest des Samstags habe ich lesend auf der Terrasse und fernglotzend auf dem Sofa verbracht. Sonntag war ich zuerst bei Hari Har Ji zum Handlesen und es war wieder absolut toll. Danach waren der eine Mann, mein Sohn und ich auf der Kirmes. Ich bin das erste Mal seit gefühlten 80 Jahren Geisterbahn gefahren :D Abends war ich mit dem anderen Mann Eis essen und meinen Berg besuchen. Ein volles, rundes Wochenende, richtig schön.

[Crafts 'n' Arts] Ich habe endlich meinen Batik-Sterne-Quilt geheftet. Die Tage beginne ich mit Quilten. Eigentlich würde ich gern ein Sternemuster in Freihandtechnik verwenden, aber ich bekomme diese Pentagrammzeichnung mit der Nähmaschine einfach nicht hin. Meine Sterne sehen immer eher wie gehbehinderte Seesterne aus – das lasse ich mal.

[Bewegt] Rein ins Bett, raus aus’m Bett. Bei einem Freeflow ist das schon Sport, doch, doch. Außerdem ein bißchen Yoga.

[Gehört] Elbow. Brendan Perry. A Perfect Circle. Chris Carter: Der Knochenbrecher. Puscifer. Nick Cave. The Love Keys.

[Gelesen] John Kelly: The Great Mortality – An Intimate History Of The Black Death. Habe neulich eine englische Reportage über die Pest im Mittelalter in Europa gesehen und beschlossen, daß ich darüber noch zu wenig weiß. Und ich steh ja so auf Medizingeschichte. Außerdem habe ich “Barrakuda” von Christos Tsiolkas gelesen, einen schwulen Roman.

[Gesehen] Ich habe angefangen, Sex And The City zu gucken. Habe ich früher manchmal mit meiner Mama geguckt und mach das aus Nostalgiegründen ;) Außerdem “Wir sind die Millers” – die erste Komödie seit Monaten, bei der ich echt unterm Tisch lag vor Lachen.

[Getrunken] Leitungswasser, Wachmachcola, Schwarztee, Yogitee und Cola.

[Gegessen] Falafel. Eine Miniportion Staudensellerie-Spitzkohl-Curry mit Reis. Thai-Tofu-Curry in Kokosmilch, mit extra viel Sambal Oelek. Kartoffelgratin mit Oliven, dazu Zucchinigratin unter Nußhaube. Einen Schokololli. Kirmespommes. Handlesebanane. Frühstücksdrachenfrucht. Oliven. Peperoni. Gemischter Salat mit einem furchtbaren Convenience-Dressing. Ofen-Ratatouille mit Spätzle. Veganes Pistazieneis ♥ Dinkelvollkornbrot mit Paprikabruschetta. Und fast überall Chilisauce dazu.

[Gedacht] Mein Altgriechischlehrer hat das Mittelalter immer als “die große Stinkezeit” bezeichnet. Damals hat mich das total genervt, weil Mediävistik einer der wenigen Studienzweige war, der mir echt Spaß gemacht hat, aber inzwischen glaube ich, daß er doch irgendwie recht hatte.

[Gefreut] Über die gute Beratung im Wasserbettenladen. Mir sind jetzt ganz viele Probleme, die ich hatte, erklärt worden, und ich weiß, was ich anders machen kann und werde.

[Geärgert] Festzustellen, daß mein ehemaliger Wasserbettenhändler mich absolut falsch beraten und sehr schlecht (also praktisch gar nicht) betreut hat, hat mich total sauer und auch traurig gemacht.

[Gelernt] Daß es durchaus schwierig sein kann, Geschenke anzunehmen und die Gründe dafür, daß man sie erhält, nicht totzudenken.

[Gekauft] Ein paar Billets auf der Kirmes.

[Dankbarkeit] Für die erneute Begegnung mit Hari Har Ji. Sie ist toll – falls Ihr je die Gelegenheit habt, Euch von ihr aus der Hand lesen zu lassen…tut es! :)

[Spirituelles] Hari Har Ji hat mir einen kleinen Fingerzeig gegeben, mit dem ich, glaube ich, ganz viel anfangen kann.

[Und sonst so?] Ich bin müde. Ich bin verspannt. Ich will schlafen. Schlaaaaaaafeeeeen. ZzzzzZzzzZzzzz…

[Ausblick auf die nächste Woche] Wenn die Götter es wollen, bekomme ich schon mein neues Wasserbett. Das hoffe ich mal stark. Ansonsten die üblichen Termine und hoffentlich viel Zeit, um in der Sonne zu sitzen und zu schmökern.

Valo, 14.04.2014, 00:10 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Scham-los ::

Die größte Veränderung seit meinem inneren Coming Out ist das Gefühl von Freiheit. Endlich zu verstehen, warum bestimmte Dinge mein Leben lang nicht funktioniert haben, nimmt eine Riesenlast von meinen Schultern. Ich bin gar kein Alien, es gibt einen Begriff für das, was ich fühle – besser noch, es ist ganz normal und ich bin nicht allein damit. Es gibt Hilfe in Form von anderen Betroffenen, mit denen ich mich austauschen kann, und Ärzten, die mich durch die Transition begleiten werden.

Für mich war die Zeit des inneren Coming Outs heftig. Ich habe mich nicht getraut, den Gedanken, der schon immer in mir war, zuende zu denken. Ich trans*? Echt jetzt? Reicht es nicht, behindert, polyamor, heidnisch und vegan zu sein? Warum in aller Welt habe ich es nach meinem letzten Leben wie Hermine gemacht und einfach alles angekreuzt auf dem Kurszettel für’s jetzige Leben? Ein bißchen weniger hätte es doch auch getan ;) Nachdem ich den Gedanken endlich zugelassen und zuende gedacht hatte, nachdem nach 36 Jahren des Merkwürdigfühlens endlich Klarheit herrschte, habe ich beschlossen, daß ich mit meiner Trans*identität offen umgehen würde. Zu oft hatte ich von Trans*menschen gelesen, deren Leben nach der Erkenntnis, trans* zu sein, zerbröselte, weil sie versuchten, es zu verheimlichen. Heimlichtuerei wäre auch deswegen keine Alternative für mich gewesen, weil ich es nicht mal schaffe, meinen Partnern zu verheimlichen, was sie zu Ostern kriegen. Ich bin ihnen gegenüber immer offen. Manchmal finden sie das, glaube ich, schonungslos, aber sie wissen, daß ich stets absolut ehrlich und aufrichtig bin. Auch anderen Menschen möchte ich so begegnen. Es ist mir lieber, wenn klare Worte gefunden werden, als daß gemauschelt und getratscht wird. Für manche ist diese Ehrlichkeit schwer zu ertragen – das ist mir bewußt. Ich gehe durch meinen offenen Umgang mit meiner Trans*identität das Risiko ein, daß Menschen sich von mir abwenden, aus welchem Grund auch immer. Natürlich tut das weh, aber Selbstverleugnung wäre noch schmerzhafter. Ich meine, ich habe 36 Jahre lang verleugnet, in mir eingeschlossen, was ich wirklich bin. Es geht jetzt nicht mehr. Abgesehen davon will ich das auch nicht mehr.

Ich schäme mich nicht dafür, trans* zu sein. Dabei scheinen bestimmte Gesellschaftsgruppen geradezu zu erwarten, daß man sich dafür schämt. Vielleicht liegt das an der unseligen Synapse, die “trans*” mit “Rotlicht” assoziiert? Raven Kaldera weist in seinem Buch “Hermaphrodeities” darauf hin, daß viele Trans*menschen nur deswegen als Sexarbeiter* tätig sind, weil sie in anderen Berufen schwer bis überhaupt nicht Fuß fassen können. In Deutschland, glaube ich zumindest, sieht es ein wenig besser aus als jenseits des großen Teiches, aber auch hier wird Trans*identität oft als etwas Anrüchiges verstanden. Vielleicht weil das Wort “Trans*sexualität” eben auch die Silbe Sex enthält. Und Menschen reagieren immer total seltsam auf diese Silbe. Jeder tut’s, die Swingerclubs und Kontaktbörsen laufen über, in Karlsruhe stehen an einem piefigen Mittwochabend 20 Sexarbeiterinnen* in einer Straße, aber wehe, dieses Wort fällt im öffentlichen Raum. Skandal! Schmuddel! Und genau das ist das Problem am Begriff der “Trans*sexualität”. Er suggeriert, Trans*sein habe etwas mit Sex zu tun. Dem ist aber gar nicht so. Es geht bei Trans*identität nicht um Begehren und Lust, also das, was sich zwischen den Beinen abspielt, sondern um Identität, also das, was zwischen den Ohren passiert. Nicht-trans*identen Menschen Trans*identität zu erklären, ist ein bißchen prekär. Bisher mache ich das, indem ich Frauen* frage, woher sie wissen, daß sie eine Frau* sind (bei Männern* entsprechend, woher sie wissen, daß sie ein Mann* sind). Meist lautet die verblüfte Antwort: na, weil ich das eben weiß – ich spüre das! Eben. So ist es auch bei Trans*identen. Ganz einfach. Völlig scham- und schmuddellos.

Ich habe mir gründlich überlegt, ob ich auch offen über das Thema Trans*identität bloggen möchte. Es ist immer noch ein Tabuthema und genau das macht es so wichtig, daß darüber geredet wird. Es geht nicht um Schockeffekte, sondern um Aufklärung, um den Abbau von Vorbehalten und darum, anderen trans*identen Menschen zu helfen. Denn mir selbst hat es wahnsinnig geholfen, daß andere den Mut hatten, offen über ihren Weg, ihre Transition zu reden. Die Erkenntnis, trans* zu sein, ist heftig. Sie rührt an das Essentiellste überhaupt, unsere Geschlechteridentität Da ist es schon hilfreich, wenn man merkt, daß man damit nicht allein ist, daß andere den Weg gegangen sind, daß Zweifel und Ängst dazugehören, daß es Hilfe gibt. Ja, vor allem daß es Hilfe gibt. Immer noch töten sich trans*idente Menschen, weil sie verzweifeln und das Gefühl haben, ihr Leben, sich selbst nicht aushalten zu können.

Der Weg der Transition ist lang und steinig. Selbst wenn man rausgefunden hat, daß man trans* ist, braucht es immer noch eine Menge Zeit und Geduld. Warten auf Therapieplätze, warten auf Gutachten, warten auf Gerichtsbescheide, warten auf Arzt- und OP-Termine. Die Krankenkasse verlangen den Nachweis über 18 Monate Begleittherapie, bevor sie überhaupt die Kosten für geschlechtsangleichende OPs übernehmen. Für die Kassen macht das Sinn: sie möchten, daß Trans*idente sich absolut sicher sind, denn der Weg zum biologischen Geschlecht zurück, falls man merkt, daß die Transition doch nicht das Richtige war, ist praktisch unmöglich. Aber diese Warterei kann einen kirre machen. Wenn man im Prozeß drinsteckt, dann scheint es, als würde sich nichts regen. Dabei nicht in Mut- und Hoffnungslosigkeit zu versinken, ist eine Leistung. Auch deswegen möchte ich frei über den Weg bloggen, den ich gehen werde. Es hilft, wenn man liest, wie andere damit umgehen, womit sie sich selbst motivieren, wie sie es schaffen, Mut zu bewahren.

Im Moment rekrutieren sich meine Geduld und mein Mut aus den Gedanken, daß sich auch dann etwas bewegt, wenn ich es nicht sehe, und daß es jeden Abend immer noch Tee gibt. Mein Leben ist nicht aus den Fugen geraten, weil ich mir eingestanden habe, trans* zu sein, und mich geoutet habe. Ich bin hier, im vertrauten Zuhause, meine Katze schnurrt noch immer auf meinem Schoß und Chips schmecken immer noch toll. Alles ist gut. Ich schäme mich nicht.

Valo, 10.04.2014, 00:59 | Abgelegt unter: Transgender | RSS 2.0 | TB | 7 Kommentare

:: 15 persönliche Fragen ::

Noch ein Stöckchen, das ich mir bei Athena mitgenommen habe :)

  1. Gibt es einen Spitznamen, den nur Deine Familie benutzt? Eigentlich nicht. Im Moment machen wir uns aber einen Spaß daraus, daß die Männer mich mit “ey Du!” anreden, weil sie sich noch nicht an Valo gewöhnt haben :)
  2. Hast Du eine seltsame Angewohnheit? Vermutlich sogar mehr als eine. Beispielsweise kippe ich mir fast überall 70%ige Chilisauce drauf, bin davon überzeugt, daß der Tee aus manchen Tassen besser schmeckt als aus anderen, und fange nachts um 1 mit Hausarbeit an.
  3. Hast Du irgendwelche seltsamen Phobien? Nein.
  4. Welchen Song drehst Du heimlich voll auf und singst laut mit, wenn Du allein bist? Ich frage mich die ganze Zeit, wie heimlich es sein kann, wenn ich einen Song voll aufdrehe, aber ok :) Am liebsten singe ich bei “Wings For Marie Pt. 2″ von Tool mit. Oder bei “Make me believe” von Godsmack.
  5. Über welche Kleinigkeit ärgerst Du Dich immer am meisten? Wenn sich Menschen nicht an Verabredungen und Absprachen halten. Dazu gehört für mich auch Unpünktlichkeit.
  6. Was tust Du, wenn Du nervös bist? Yogisch tief atmen und wenn es ganz schlimm ist, Valeriana-Globuli einwerfen.
  7. Auf welcher Seite des Bettes schläfst Du? Ich vertrete die Ansicht, daß man nicht alles teilen sollte, und das Bett gehört dazu :) Ich habe also viel Platz für mich allein.
  8. Was war Dein erstes Kuscheltier und sein Name? An mein erstes Kuscheltier erinnere ich mich leider nicht, aber mein wichtigstes Kuscheltier, das mich über 20 Jahre lang beim Einschlafen begleitet hat, war ein Stoffhund namens Nadienchen. Und Nadienchen war ein ganzer Kerl! ;)
  9. Welches Getränk bestellst Du Dir immer bei Starbucks? Gar keins. Aber in anderen Cafés trinke ich z.B. gern alkoholfreie Cocktails oder Getreidekaffee mit Sojamilchschaum.
  10. Gibt es eine Regel, die Du immer predigst, aber selbst nie einhältst? Nein, das käme mir unaufrichtig vor.
  11. In welche Richtung schaust Du beim Duschen? Öhm…geradeaus? Ich dusche im Sitzen auf einem Lifter und ohne Duschvorhang, weil ich den gar nicht brauche. Da sind die Blickrichtungen beschränkt.
  12. Hast Du irgendwelche seltsamen Körperfähigkeiten? Ich mache Yoga, alles klar? ;)
  13. Gibt es ein eigentlich “schlechtes” Essen, das Du trotzdem liebend gern ißt? [Ich mag das Wort "schlecht" in dem Zusammenhang nicht!] Fast Food wie Pommes, Falafel, Pizza und Co. Und Chips.
  14. Gibt es eine Redewendung, die Du ständig sagst? Ich glaube nicht.
  15. Zeit zum Schlafen – was hast Du wirklich an? Mein Adamskostüm.
Valo, 08.04.2014, 12:46 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: “Die Frau in mir” zu tauschen ::

Ich habe das Buch “Die Frau in mir” von Christian Seidel beendet. Wie ich schon öfter in meinen WochenendRückblicken anmerkte, hat mich die Lektüre genervt und aggressiv gemacht, weil Seidel meiner Meinung nach seinem Selbstanspruch nicht genügt und sexistische Klischees einfach ausreitet, anstatt irgendwelche Gendergaps zu überbrücken. Ich werde das Buch nie wieder zur Hand nehmen und wollte es deswegen hier zum Tausch anbieten. Da das Buch einen ziemlichen Hype ausgelöst hat, findet man im Netz eine Menge Infos und Rezensionen. Vielleicht kann jemand anders Seidels Selbstexperiment als Frau mehr abgewinnen als ich.

Ich würde gern gegen ein anderes Buch tauschen. Ich mag Sachbücher zu diversen Themen (Soziologie, Phytologie, Paläoanthropologie, Kosmologie, Meeresbiologie u.v.a.), vegane Kochbücher, Yogabücher, expressionistische Gedichtbände, DIY-Bücher, Biographien, Reiseberichte, Spiri-Bücher, schwule und queere Romane, Photobücher und Wissenschaftsthriller. Mag jemand?

Valo, 08.04.2014, 00:41 | Abgelegt unter: Täusche | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: WochenendRückblick ::

[Wetter] Freitag und Sonntag hatten wir ein Bombenwetter und Samstag hat’s geregnet. Aber ich glaube, gerade diese Kombination sorgt dafür, daß es hier schon total grün ist.

[Gemacht] Irgendwie war ich jeden Tag mit dem einen Mann in der City in Karlsruhe. Freitag, weil ich eine neue Brille brauche, Samstag wegen dem Stoffmarkt und Sonntag beim verkaufsoffenen Sonntag (örks, ja, wirklich). Ich hab den KIT-Campus besucht, war im Schloßpark und in einem netten Café. Mit dem anderen Mann war ich immerhin Eis essen und wir hatten ein gutes Gespräch über ein Thema, das ich demnächst mal in einem Artikel aufarbeiten möchte, den “guten” Transmann. Mit dem Kind Rummykub gespielt.

[Crafts 'n' Arts] Ich habe begonnen, das Border an meine Batiksterne zu nähen.

[Bewegt] Radeln und Yoga, aber nicht soviel, wie ich gern gehabt hätte.

[Gehört] Elbow, die mich immer noch absolut begeistern. Steven Seagal. U2.

[Gelesen] Dazu bin ich leider nicht wirklich gekommen. Habe nur ein bißchen in eine Geo kompakt zum Thema Pflanzen reingeschmökert.

[Gesehen] Robot & Frank. Ein leiser, lustiger, trauriger Film. Und eine unsäglich geschnittene Fassung von From Dusk Till Dawn. Eigentlich einer meiner Lieblingsfilme, aber das war Schrott.

[Getrunken] Leitungswasser, Schwarztee, Cola.

[Gegessen] Zu viele Pommes. Gerösteten Blumenkohl mit Schweizer Rösti und Cashewsauce. Salzkartoffeln mit Bärlauchrahm. Gemüse und Tofu in scharfer Kokosmilchsauce, dazu Reis. Rucola. Dinkelbrot. Pappige Weißmehlbrötchen. Weinblätter mit Reisfüllung.

[Gedacht] An manchen Tagen bin ich aus Papier. Sehr dünnhäutig und leicht zu zerreißen.

[Gefreut] Über das tolle Wetter, den langen Spaziergang quer durch Karlsruhe und über ein Video von einer sehr bewegenden Walrettung.

[Geärgert] Über ein paar Unsensiblitäten.

[Gelernt] Herrenhosengröße 33 steht von der Weite her zwischen den Größen 64 und 66, ist aber kürzer. Für mich zu kurz.

[Gekauft] Auf dem Stoffmarkt 2 Meter Batikstoff. Eigentlich mehr, als ich wollte, aber er war so schön und überhaupt… Eine neue Brille. Eine Hose und ein Hemd.

[Dankbarkeit] Ich gebe zu, daß es trotz des schönen Wochenendes schwer für mich war, Dankbarkeit zu fühlen. Mir geht’s im Moment nicht so gut und da richtet sich der Fokus schnell auf das, was nicht so gut läuft.

[Spirituelles] Nope.

[Und sonst so?] Ich wünschte, manche losen Enden würden sich endlich mal einfangen lassen.

[Ausblick auf die nächste Woche] Termine, jeden Tag. Die meisten sind ok, aber eine “Perle” ist dabei, die ich am liebsten absagen würde. Geht aber nicht.

Valo, 06.04.2014, 23:50 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: ABC-Stöckchen::

Weil ich schon so lange kein Stöckchen mehr aufgefangen habe, habe ich mir das hier bei Athena mitgenommen. Wer mag, kann es sich auch gern schnappen :)

Abend oder Morgen – was ist Deine Lieblingstageszeit? Der Abend. Das war schon immer so. Am Abend stimmen für mich Licht und Geräusche, am besten Amselgesang mit goldenem Westlicht. Abends werde ich auch nochmal richtig munter. Bin halt eine Nachteule.

Blautöne gibt es viele – welchen magst Du am liebsten? Die Darker Shades Of Blue :)

Cowboy oder Indianer – welches war Dein Lager? Wir haben mal in der Schule in Sachkunde eine längere Reihe zum Thema Indianer gemacht und dort auch kleine Ledertäschchen selbstgemacht und Perlenbänder gewebt. Damals also eindeutig Indianer.

Durstlöscher – welcher ist Dein Favorit? Leitungswasser. Aber zum Essen trinke ich auch gern mal eine kalte Cola.

Elegant oder leger – was trägst Du lieber? Inzwischen beides. Ich mag Krawatten, aber auch lässige Karohemden. Hauptsache bequem.

Fan werden ist leicht, aber bleiben? Nenne Dein lebensbegleitendes Idol. Da kann ich keinen einzelnen Menschen nennen, aber insgesamt haben mir immer die imponiert und mich inspiriert, die ihren Weg auch gegen Widerstand an gegangen und sich selbst treu geblieben sind. Naja, und Maynard James Kennan ist für mich der Ausnahmemusiker überhaupt :)

Gräfinnen, Königinnen, Prinzessinnen – gibt es jemanden aus dem Adel, den Du gern hast? Aber natürlich! Meine Katze. Sie ist die unangefochtene Königin meines Herzens ♥ Und die Queen of Stripes liebe ich auch heiß und innig (das ist die andere Katze^^).

Hunger – klar, was ich hier lesen will, oder? Aber ja. Du darfst mich gern gegen 18 Uhr abholen und zum Essen einladen :) Nicht? Na gut. Im März hatte ich meinen dritten veganen Jahrestag und kein Ende in Sicht. Am liebsten asiatisch und indisch und so scharf, daß sich die Saucen durch die Flasche ätzen.

Intelligenz – wen hältst Du für richtig schlau? Einstein. Und Hawking. Wobei ich glaube, daß praktische Intelligenz noch einen Zacken wichtiger ist als akademische.

Jacke und Hose  - was ist Dein Lieblingskleidungsstück? Ich habe mich ja nie für Styling interessiert, jedenfalls bis vor kurzem. Seit Anfang des Jahres gehe ich gern shoppen und style mich. Meine Lieblingssachen sind meine Jeans (endlich mal Beine, die lang genug sind), ein schwarzes, gestreiftes Hemd mit schwarzer Krawatte und eine Jacke mit richtig vielen Taschen. Mir ist übrigens ausgefallen, daß Männerklamotten per se wärmer und weicher sind als Frauenklamotten und auch nicht so einengen.

Kommerz – auf welche Errungenschaften der modernen Technik möchtest Du keinen Tag mehr verzichten? Zahnkronen. Honestly. Aber mein Smartphone habe ich inzwischen auch sehr lieb. Und die Nähmaschine. Den Haartrockner. Den Herd. Das Auto. Ach, alles. Ich bin ein Homo Urbanus.

Lovestory oder Krimi – was siehst Du am liebsten? Actionfilme, Splatter, Horror. Und Reiseberichte schaue ich auch gern.

Mondlandung – echt oder Fake? Peterchen sagt, er war da. Ich glaube ihm.

Nadel und Faden – beherrschst Du eine Handarbeit? Ich denke, ich nähe ganz gut. Allerdings kann ich keine Knöpfe annähen, die dann auch halten, und weigere mich, Klamotten zu ändern. Früher habe ich gern gestrickt und gehäkelt, aber das machen die Sehnen leider nicht mit. Seit letztem Jahr aquarelliere ich wieder.

Ohnegleichen – Dein absolutes Lieblingsbuch? Ich habe keins mehr, das ich als das ultimative Lieblingsbuch ansehe. Aber es gibt einige, die mich verzaubern, berühren, inspirieren. Zum Beispiel die gesammelten Gedichte von Georg Trakl. Hermaphrodeities von Raven Kaldera. Diverse Kochbücher und Bildbände. Und Sachbücher zu dreiunddrölfzich Themen.

Paradies – wohin ging Dein schönster Urlaub? England. Immer wieder.

Queen oder Stones – Deine Topband? Alles mit Maynard James Keenan. Danach kommt lange nix und dann Diorama, Nick Cave & The Bad Seeds und andere.

Radfahren, Laufen, Skaten – Dein Lieblingssport? Yoga, unangefochten. Früher habe ich gern Krafttraining gemacht und Billard gespielt. Vielleicht wird das ja irgendwann mal wieder.

Sommer oder Winter – Deine Lieblingsjahreszeit? Eigentlich alle. Und eigentlich haben auch alle etwas, das ich nicht mag :)

Taschen – was ist immer in Deiner drin? Geldbörse, Taschentücher, Stifte, Augentropfen, Sonnenbrille und Handy. Obwohl…das vergesse ich meist daheim.

Undercover – was ist Dein liebstes Faschingskostüm? Als Kind bin ich als Zorro gegangen, mit einem selbstgenähten Umhang von meiner Mama. Das fand ich cool. Aber inzwischen feiere ich Karneval nicht mehr, obwohl mich die traditionellen Fasnetskostüme faszinieren.

Vampire oder Spinnen – was macht Dir Angst? Nicht allzu viel.

Website – wer bekommt von Dir die Goldmedaille? Wenn es um die meistbesuchte Seite geht, dann mein eigenes Blog *ähem*

X-Beine – wer fällt Dir dazu ein? Ein Orthopäde.

Yes, we can! Was kannst Du besonders gut? Sachverhalte erklären. Kochen. Nähen. Schreiben. Zuhören.

Zoobesuch – Dein Lieblingstier? Katzen, eindeutig. Und Hippogreife.

Valo, 03.04.2014, 12:56 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Filme im März ::

  1. Men In Black 3. Will Smith versucht, seinen Partner zu retten, dessen Existenz durch das Pfuschen an der Zeit ausgelöscht werden soll. Ganz kurzweilig, aber ich glaube, der wird sich nicht einprägen. 106 Minuten.
  2. The Heat (deutscher Titel: Taffe Girls. Ich hasse deutsche Filmtitel). Zwei jeweils auf ihre Weise soziopathische Polizistinnen / FBI-Agentinnen müssen sich zusammenraufen. Eigentlich ganz nett, aber Komödien, deren Dialoge daraus bestehen, daß alles wild durcheinanderreden, finde ich immer etwas lästig. 117 Minuten.
  3. Tootsie. Hatte ich noch nie gesehen, obwohl er ein Klassiker ist. Der Schauspieler Michael Dorsey schlüpft in die Rolle der Dorothy Michaels, um ein Engagement zu bekommen und verliebt sich prompt in seine Filmpartnerin. Lustig, aber auch sehr pointiert und klug. 116 Minuten.
  4. Odd Thomas. Ebenjener ist in der Lage, Tote und “Bodachs” zu sehen, Monster, die überall da auftauchen, wo schlimme Dinge passieren werden. Und prompt passieren auch schlimme Dinge. Teenie-Fantasy-Film, der mich sehr gut unterhalten hat, was nicht zuletzt an seinen beiden Hauptdarstellern lag. 93 Minuten.
  5. Alles koscher. Ein Moslem stellt fest, daß er ein adoptierter Jude ist. Der Film hatte seine Momente, hat bei mir aber nicht richtig gezündet. 105 Minuten.
  6. Elysium. Der reiche Teil der Menschheit hat sich auf eine Art Raumstation zurückgezogen, wo ewige Jugend, Gesundheit und Glückseligkeit locken, während die Armen auf der Erde im Elend zurückbleiben. Obwohl die Idee zu diesem Film gut war, fand ich ihn doch entsetzlich langweilig und vorhersehbar. 109 Minuten.
  7. Die Echelon Verschwörung. Ein Super-Computer übernimmt die Macht. Netter Cyber-Thriller. 105 Minuten.
  8. Escape Plan. Ein Tester für die Sicherheit von Gefängnissen wird durch einen Komplott selbst in eins verfrachtet. Hach, die Alten sind die Besten! Stallone und Schwarzenegger räumen auf und es ist wie immer eine Freude, ihnen zuzugucken. 115 Minuten.
  9. Die Stunde des Jägers. Tommy Lee Jones und Benicio Del Toro jagen sich durch Wald und Stadt. Inhaltlich hatte der Film nicht allzu viel zu bieten, aber wer auf klassische Jäger-Gejagter-Stories steht, wird nicht enttäuscht. 94 Minuten.
  10. R.I.P.D. Nach ihrem Tod werden gute Polizisten für das R.I.P.D. rekrutiert und jagen verlorene Seelen. Die Idee war gut, es gab auch einige Gags, aber mir war der Film unterm Strich zu albern. 96 Minuten.
  11. Thale. Zwei Tatortreiniger finden in einer unterirdischen Kammer eine junge Frau, die dort offenbar schon lange festgehalten wird. Klingt wie ein Horrorfilm, ist aber eigentlich eine zarte Fantasygeschichte. 74 Minuten.
  12. In Time. In der Zukunft bezahlen wir nicht mehr mit Geld, sondern mit Zeit. Natürlich gibt es Superreiche mit viel Zeit und Arme mit wenig Zeit. Und Justin Timberlake will das ändern. Die Idee zu diesem Film war echt gut, aber nach dem ersten Drittel sind mir Motivation und Ziel nicht mehr eingängig und darum wird’s dann langweilig. 109 Minuten.
  13. Teste Dein Gehirn. Interessante National Geographic Reihe zum Mitmachen. Zwei Teile geguckt, also 90 Minuten.
  14. Léon der Profi. Der Film begeistert mich, seit er 1994 rausgekommen ist, aber diesmal hatte ich nur Zeit, die Hälfte zu gucken. Also etwa 60 Minuten.

Insgesamt war der März der Monat der merkwürdigen Filme. Von vielen hatte ich mir von der Zusammenfassung und der Besetzung her mehr versprochen. Mir fehlt ein bißchen der Humor der 90er, obwohl inzwischen einige Autoren wieder daran anknüpfen. Außerdem finde ich es nicht so toll, daß inzwischen die meisten Filme zwei Stunden lang sind – anderthalb Stunden kriege ich eigentlich besser geguckt. Bin halt schon alt :P Im März habe ich 1389 Minuten mit Filmegucken zugebracht, also 23,15 Stunden. Nicht gerechnet meine TV-Zeit. Uh. Oh.

Valo, 01.04.2014, 12:44 | Abgelegt unter: Machungen | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: WochenendRückblick ::

[Wetter] Herrlich! Wir hatten bis zu 26° C mit viel Sonne und kitschigen Wölkchen.

[Gemacht] Mit dem einen Mann in Karlsruhe gewesen. Auf dem Michelsberrig im Biergarten gewesen. Bärlauch gesammelt. Gehaushaltet. Bei einer Feuerwehrübung mit Großbrand zugeguckt. Cluedo gespielt, das erste Mal mit Kind.

[Crafts 'n' Arts] Ich habe die Hälfte meines Batik-Sterne-Tops fertig bekommen. Der Rest folgt die Tage und am kommenden Wochenende kann ich mir Stoff für Border und Binding auf dem Stoffmarkt in Karlsruhe holen. Perfekt.

[Bewegt] Yoga, u.a. die Kriya gegen Streß. Gibt’s auch eine Kriya gegen Kopfschmerzen? :(

[Gehört] Ganz große neue Liebe: Elbow. Stieg Larsson: Verblendung. Das ist inzwischen eins meiner Lieblingshörbücher.

[Gelesen] Ich habe es mal wieder mit ein paar Seiten von Christian Seidels “Die Frau in mir” versucht, aber das Buch macht mich echt einfach aggressiv. Diesen ständig mitschwingenden Sexismus finde ich zum Haareausraufen.

[Gesehen] Ein Stück von Léon – der Profi. Außerdem “In Time”. Die Idee war gut, aber der Film war ab einem bestimmten Punkt irgendwie konzept- und motivationsfrei und versackte in Langeweile. Und mich ödet die Heteronormativität der Hollywoodstreifen einfach an *schnarch*

[Getrunken] Leitungswasser, Schwarztee, Cola und Getreidekaffee. Bin froh, endlich einen gefunden zu haben, der kein Vogelnest drauf hat und schmeckt.

[Gegessen] Okra-Kokos-Curry mit Basmati und Tofu. Einen großen griechischen Salat mit Oliven und Peperoni, incl. Ausblick.

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Spätzle mit Bärlauch-Erbsen-Sauce. Dinkelbrot mit Guacamole, Bratapfelmarmelade und cheddarartigem veganem Käse. Cremiges Kartoffelgratin und dazu überbackene Zucchini mit Haselnußkruste. Bihun-Nudeln mit Tofu, Gemüse und Teriyaki. Honigmelone. Physalis.

[Gedacht] Im Januar hatte ich den Entschluß gefaßt, ein Buch zu schreiben, damit ich mir einen weiteren Künstlernamen eintragen lassen kann. Da ich inzwischen zu der Überzeugung gekommen bin, daß Valo Thóralf irgendwann meine regulären Vornamen sein werden, auch im Perso, habe ich das Buchprojekt erstmal auf Eis gelegt. Es darf wachsen, wenn es will, aber ich werde nicht ständig dran arbeiten.

[Gefreut] Vor allem über einen Kontakt, der nach viel zu langen Jahren wieder aufgelebt ist :D Über die schöne Zeit mit meinen Lieben, über gute Gespräche, das tolle Wetter und allgemein und sowieso.

[Geärgert] Nö.

[Gelernt] Daß ich ein Supertasker bin. Ich kann tatsächlich ein paar Sachen gleichzeitig und nicht nur schnell hintereinander machen. Darum bin ich auch streßanfälliger. Spannend, so Gehirne.

[Gekauft] Kinderklamotten. Socken. Ein Hemd. Ein Buch. Musik.

[Dankbarkeit] Wenn ich einen Sack voller Sterne hätte, würde ich sie für ein paar ganz spezielle Menschen an den Himmel werfen…

[Spirituelles] Ich hatte einen wichtigen, guten Traum, den ich als richtungsweisend empfand. Das macht Mut.

[Und sonst so?] Ich bin immer wieder überrascht und erfreut davon, was es ausmacht, wenn ein Raum frisch geputzt und gewischt ist.

[Ausblick auf die nächste Woche] Viele Termine. Einer, der mir besonders am Herzen liegt und vor dem ich gleichzeitig etwas Bammel habe. Und hoffentlich kommt ENDLICH mein neues Bett. Da dürft Ihr gern mal Daumen drücken :)

Valo, 30.03.2014, 21:15 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: It’s A Boy! ::

Herzlich willkommen auf meiner neuen URL Spiraltaenzer.de! Ich freue mich, daß Du hier bist, denn das bedeutet nicht zuletzt, daß die Weiterleitung rein technisch geklappt hat ;)

Der Umzug meines Blogs hierher wurde für mich in den letzten Wochen ein immer dringenderer Herzenswunsch. Die beiden Adressen, unter denen es bislang zu erreichen war (Netzwirkerin.de und Schlampengoettin.de), fühlten sich wie der zu eng gewordene Kokon an, den der Schmetterling nach Vollendung seiner Metamorphose abstreift, um endlich seine Flügel zu entfalten. Was danach kommt, ist die aufregende Reise des Schmetterlings in die weite Welt, wo er Erfahrungen sammeln, anderen begegnen und hoffentlich am Ende sich selbst finden wird.

Dieses Bild beschreibt ziemlich genau die Situation, in der ich mich befinde. Ende letzten Jahres habe ich hier darüber geschrieben, daß ich mich als genderqueer sehe. Bald darauf bin ich dazu übergegangen, die Artikel zu diesem Thema mit einem Paßwort zu schützen, weil ich das Gefühl hatte, mich in einem höchst sensiblen und instabilen Zustand zu befinden, in dem mir Schreiben helfen, Diskutieren aber schaden würde. Nur ein paar Wochen später dämmerte mir, daß genderqueer eine nicht zutreffende Definition von mir ist. Ich fand ein Wort, das mich viel präziser beschrieb, doch ich hatte Angst, überhaupt in Betracht zu ziehen, daß es mich meinen könnte. Und wieder etwas später kam ich zu der Einsicht, daß es trotz aller Angst und Unsicherheiten für mich Gültigkeit hat.

Das Wort, das ich meine, lautet Transgender.

In den letzten Wochen und Monaten habe ich eine Tour de Force in Sachen Selbstverständnis, Gendertheorien und Aufarbeitung meiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durchlaufen. Du hast bestimmt bemerkt, daß das nicht spurlos an meinem Blog vorbeiging, denn es gab nur sehr wenig, über das ich öffentlich schreiben wollte, und sehr viele paßwortgeschützte Artikel. Indem ich mich heute ganz öffentlich an Dich wende, möchte ich allen Heimlichtuereien und Spekulationen ein beherztes Ende setzen.

Ich bin transident, das heißt ich bin ein Mann, der seit 36 Jahren in einem weiblichen Körper lebt. Den Begriff “transsexuell” mag ich übrigens nicht besonders und halte ihn auch für irreführend, da er impliziert, daß Trans*sein etwas mit Sexualität zu tun habe, was nicht der Fall ist. Vielmehr geht es um die gefühlte Identität, die nicht mit dem biologischen Körper und der nach der Geburt zugewiesenen Geschlechteridentität übereinstimmt.

Wie lange ich das schon weiß? Nun, gefühlt habe ich das schon immer, doch ich war ein Meister im Unterdrücken und Marginalisieren meiner Gefühle. Wirklich wissen tu ich das erst seit ungefähr Januar dieses Jahres und es sind weiß Gott noch nicht alle Zweifel und Unsicherheiten durchgearbeitet. Ich erlebe das als spannenden, lehrreichen und manchmal recht schmerzhaften Prozeß, bei dem eine Menge Groschen fallen und sich nach und nach Verstrickungen auflösen. Ich bin mir darüber im Klaren, daß es möglicherweise schwierig für Dich sein wird, Dir mich als Mann vorzustellen, aber vielleicht hilft es Dir, wenn ich sage, daß es Amala, wie Du sie kennst, erst seit elf Jahren gab, aber daß der Mann, der ich ab jetzt auch offiziell sein möchte, schon immer da war. Der Name, unter dem ich fortan bloggen und im Netz unterwegs sein werde, lautet Valo, und diesen Namen trage ich seit über 13 Jahren im Herzen.

“Aber Du warst doch immer so feministisch!”. Das stimmt und ich halte die spirituelle und politische Dimension des Feminismus genderübergreifend für wichtig. Für mich war die intensive Auseinandersetzung mit gynozentrischem Feminismus und feministischer Spiritualität ein essentieller Meilenstein auf meinem persönlichen Weg, doch ich mußte mir eingestehen, daß ich viele Theorien und Gedanken nicht einmal ansatzweise mit Inhalt füllen konnte. Schon seit Jahren kämpfe ich mit einer “spirituellen Mattscheibe” und bin inzwischen davon überzeugt, daß diese auch und vor allem mit meinem Gendertrouble zu tun hat. Umso mehr freue ich mich auf den Weg, der noch vor mir liegt.

Und wie geht es jetzt weiter? Der Weg, den transidente Menschen in Deutschland zu gehen haben, um in ihrem Zielgender leben zu können, ist durch das TSG (Transsexuellengesetz) zwar ziemlich streng vorgegeben, aber letztlich entscheidet sich ganz individuell, worin der eigene Weg besteht und wie weit er führt. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, wohin meine Reise gehen wird, aber ich mache es wie Beppo Straßenkehrer und vollziehe sie Schritt für Schritt. Im Augenblick oute ich mich in meinem Umfeld und strecke meine Fühler in Richtung Leben als Mann aus. Ich habe keinerlei Passing, will sagen, ich werde rein von meiner äußeren Erscheinung her nicht für einen Mann gehalten, obwohl ultrakurze Frisur und Männerklamotten ein wenig helfen. Für transidente Menschen gehört der sog. Alltagstest dazu, währenddessen sie ausprobieren sollen, wie sich ein Leben in ihrem Zielgender anfühlt. Du würdest mir sehr dabei helfen, indem Du mich fortan als Valo anredest und für mich männliche Pronomen benutzt. Demnächst werde ich auch eine neue Mailadresse haben, aber das dauert durch technische Finessen noch ein paar Tage. Ich würde mich darüber freuen, wenn Du die Verlinkung meines Blogs bei Dir entsprechend auf “Valo” oder “Spiraltänzer” änderst.

Vielen Dank und liebe Grüße,

Valo

Valo, 25.03.2014, 21:25 | Abgelegt unter: Blogkram,Transgender | RSS 2.0 | TB | 31 Kommentare
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