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:: Hello Goodbye ::

Wie ich in meinem WochenendRückblick schon angesprochen habe, denke ich darüber nach, nicht mehr zu bloggen. Vielleicht klingt das jetzt etwas voreilig und unüberlegt, doch das ist es nicht. Allerdings bin ich scheinbar auch nicht der Typ dafür, einfach die Tür hinter mir zuzuziehen und Euch morgen damit zu überraschen, daß hier nichts mehr ist.

Meine Unzufriedenheit mit meinem Blog ist über längere Zeit gewachsen. Begonnen habe ich 2008 ganz klein, ganz privat. Mittlerweile habe ich 1000 Klicks am Tag und mehr, wobei das seit meinem Coming Out etwas weniger geworden ist. Eine so große Leserschaft ändert was am Content und an der Art zu schreiben. Ich bin jetzt kein Typ, der heile Welt heuchelt, und habe mich entsprechend oft mit Artikeln in die Nesseln gesetzt. Daraufhin bekam ich eine Menge erboste Kommentare, welche veränderten, wie ich schrieb. Wenn ich heute einen Artikel schreibe – auch oder gerade, wenn er nicht der landläufigen Meinung entspricht -, versuche ich gleich im Vorfeld, alle Eventualitäten zu berücksichtigen, um keine oder kaum Angriffsfläche zu bieten. Weil ich eine ganze Menge der typischen Internetkonversationen furchtbar leid bin. Ich bin es leid, Toleranz heucheln zu “müssen”, weil sich das so gehört. Es gibt einfach Dinge, Umstände, Menschen, mit denen ich nicht klarkomme. Von denen ich eine starre und intolerante Meinung habe. Die ich sogar diskriminiere. Das ist nicht chic. Im cleanen, hysterisch korrekten Blogistan darf es sowas nicht geben, zumindest wenn es nach den ganzen Toleranzaposteln da draußen geht. Aber – well, that’s me. Ich habe mich immer darum bemüht, authentisch zu sein. Wenn ich zweifle, dann sage ich das. Wenn ich Scheiße drauf bin, streue ich keine Blümchen aus. Ich weiß, daß ich LeserInnen habe, die genau diese Authentizität schätzen, und für Euch habe ich sehr gern geblogt. Aber für mich ist es schwierig geworden, wirklich authentisch zu bloggen.

Erschwert wird das durch zwei weitere Dinge.

Erstens: von mir wird ein gewisses Niveau erwartet. Ja, das klingt jetzt arrogant, aber wenn ich anfangen würde, hier ellenlange Posts darüber zu verfassen, wie ich mir die Haare style oder mit welchem Spielzeug ich meine Katzen unterhalte, dann würdet Ihr direkt bemerken, daß das eigentlich nichts ist, was ich hier thematisiere. Das würde sich schräg anfühlen. Klar bin ich selbst “schuld” daran, schließlich hätte ich über genau solchen belanglosem Kram bloggen können, habe aber stattdessen die Entscheidung getroffen, bei meinem Content eine hohe Meßlatte anzulegen. Nur fehlt es mir inzwischen sehr, über genau solche Lappalien schreiben zu können und trotzdem wahrgenommen zu werden. Ich fühle mich thematisch fixiert und das ist langweilig.

Zweitens: ich schleppe mich hier mit einem großen Archiv rum. Die Einträge aus meinem ersten Jahr habe ich bereits vor einer ganzen Weile mal gelöscht, weil sie mir zu persönlich erschienen, um sie mit so einem Riesenpublikum zu teilen. Viele Beiträge aus dem Archiv zählen zu den meistgelesenen auf meinem Blog, wie etwa alles über Gebärmuttersenkung, natürliche Menstruationshygiene und gynozentrischen Feminismus. Das zeigt natürlich, daß diese Artikel wichtig sind und Themen aufgreifen, die scheinbar nur ganz selten in dieser Offenheit behandelt werden (ich sage es ja immer wieder: wir sind alles, nur nicht frei – die Prüderie hat uns voll im Griff). Es freut mich, wenn ich anderen auf ihrem Weg weiterhelfen kann. Nur führt das alles dazu, daß ich immer noch als Amala wahrgenommen werde. Ich kann die URL hier ändern, ich kann meinen Namen hier ändern,ich kann sogar das Archiv löschen, aber wahrgenommen werde ich immer noch als Amala. Und das behagt mir ganz und gar nicht. Bitte nicht mißverstehen: Amala war eine wichtige Episode. Ich hasse Amala genauso wenig wie ich meine weibliche Geburtsidentität hasse. Aber das bin ich einfach nicht. Und mich mit “ihrem” ganzen Kram abzuschleppen, kostet eine Menge Kraft, die ich dafür eigentlich nicht mehr aufbringen mag.

Für mich ist es außerdem frustig, daß es fast keinen Dialog mehr mit meinen LeserInnen gibt. Ich habe hier wie gesagt rund 1000 Klicks pro Tag und kaum jemand spricht mal mit mir. Ich habe einige Stamm-Kommentatoren, aber ansonsten bekomme ich kein Feedback – außer, irgendwer will was von mir wie Hilfe mit Nähkram, dem passiv-aggressiven Kind oder sowas. Das führt dazu, daß ich mich konsumiert fühle. Und so will ich mich nicht fühlen. Ganz merkwürdig war, daß ich total viele Anfragen für mein Paßwort bekommen habe, mit dem ich in letzter Zeit viele Einträge geschützt habe. Da hieß es dann “ich lese Dein Blog regelmäßig, bitte gibt mir Dein Paßwort”. Wo ich dann klar sagen muß: wenn Du hier regelmäßig liest, dann hast Du doch bestimmt wenigstens einmal gelesen, daß ich schrieb, das Paßwort sei nur für Freunde. Oder nicht? Oder was? Und wieso will alle Welt das Paßwort haben, wo die meisten meiner Einträge nicht mehr kommentiert werden? Richtig, ich bin ja freiwillig hier und schreibe den ganzen Kram, weil ich das möchte. Das ändert aber nix daran, daß es sich bescheuert anfühlt, in den leeren Raum reinzuquatschen und zu denken, nicht wahrgenommen zu werden. Andere schreiben, daß sie sich die Haare gewaschen haben und kriegen dafür 16 Kommentare. Das finde ich – absurd.

Mir ist nach einer leeren Seite, die mir dieses Blog hier nicht würde bieten können, selbst wenn ich alles lösche. Es wird immer mit Amala verknüpft sein und für Valo ist hier kein echter Platz. Jedenfalls fühlt sich das nicht so an. Die ganzen Erwartungshaltungen, die mit Amala verknüpft sind, kann ich nicht mehr erfüllen. Ich will das auch gar nicht. Ich mag mir den Platz hier nicht mehr mit Amala teilen. Und das hier ist nunmal ihr Platz.

Ich weiß noch nicht, was ich machen werde. Mir wäre es eigentlich schade um die ganze Arbeit und Zeit, die ich für dieses Blog aufgewendet habe, wenn ich es löschen würde. Relativ bekannt zu sein, hat auch Vorteile. Aber es gab im letzten Jahr sehr viele echt traurige, enttäuschende Momente wie etwa die fast nicht vorhandene Reaktion auf bestimmte Posts, die mir wichtig waren, oder die maue Resonanz auf das Weihnachtswichteln. Ich weiß einfach nicht mehr, ob mir das hier fehlen würde.

Valo, 15.12.2014, 21:10 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 18 Kommentare

:: WochenendRückblick ::

So, einen WochenendRückblick gibt’s auch noch :)

[Wetter] Grau, regnerisch, aber nicht so kalt.

[Gemacht] Sehr schlecht geschlafen, viel über das Wasserbett nachgedacht und gelernt und mich auch darüber geärgert. Wenn ich ein paar Wochen lang nur vier Stunden Schlaf die Nacht kriege, ist das einfach ein Ausnahmezustand. Ist zwar ganz interessant, was mein Körper und meine Wahrnehmung dann so machen, aber Spaß macht das nur begrenzt. War mit meinem einen Mann in der Pfalz, mit dem anderen in der Stadt.

[Crafts ‘n’ Arts] Ich habe begonnen, den Rautenteil für meinen nächsten Quilt zu nähen, und das war gar nicht so einfach. Rauten sind fiese kleine Biester, die sich gern gegeneinander verschieben. Da heißt es stecken, stecken und nochmals stecken.

[Bewegt] Geradelt.

[Gehört] Die Drei Fragezeichen.

[Gelesen] Leider keinen einzigen Satz.

[Gesehen] Beyond River Cottage. True Lies.

[Getrunken] Leitungswasser, Schwarztee, Cola und einen Schluck Malzbier.

[Gegessen] Spinatpastete. Eisbergsalat mit Weintrauben und einem Curry-Dressing. Fenchel-Orangen-Safran-Risotto. Eine tolle vegane Pizza unterwegs irgendwo. Hähnchenfilet nach Jamie Oliver mit Spätzle und diversen grünen Gemüsen.

[Gedacht] Ich habe über Weihnachten nachgedacht und wie ich es dieses Jahr verbringen will. Oder auch nicht.

[Gefreut] Über schöne Gespräche und Hilfe, die mir geschenkt wurde.

[Geärgert] Ich ärgere mich darüber, daß unsere alteingesessenen Katzen Hermine immer noch nicht akzeptieren.

[Gelernt] Ziemlich viel Physik.

[Gekauft] EIn Hemd, eine Strickjacke.

[Dankbarkeit] Für besagte Hilfe. Für YouTube.

[Spirituelles] Please hold the line.

[Und sonst so?] Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob ich weiterhin bloggen will.

[Ausblick auf die nächste Woche] Bettkram. Termine.

Valo, 14.12.2014, 21:19 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: JahresRückblick 2014 ::

2014, was könnte ich über Dich schreiben? Du hast mir alles gegeben und alles genommen. Du warst das schrecklichste Jahr seit 2005, was etwas heißen will, weil ich damals den Großteil des Jahres im Krankenhaus lag, fast gestorben wäre und dann auch noch meine Mama verloren habe. 2014, Du hast es geschafft, diesem Jahr Konkurrenz zu machen. Ich bin froh, wenn ich Dir an Silvester den Rücken kehren kann, und ich kann nur hoffen, daß 2015 freundlicher wird. Ich will aber auch das Geschenk in Dir sehen: ich habe erfahren, daß ich unglaubliche Kraftreserven in mir trage und mehr als krisenfest bin. Ich bin der Fels in der Brandung und auch wenn Du an mir gezerrt hast wie ein Orkan, ich bin standhaft geblieben und nicht eingeknickt. Schauen wir uns ein paar Einzelheiten an…

[Ich selbst] Ende 2013 dachte ich, ich sei genderqueer. Anfang 2014, als ich Timeline-Videos von Frau-zu-Mann-Transsexuellen sah und dabei heftige Heulkrämpfe hatte, ohne zu kapieren, warum, kam das erste Mal der Gedanke auf, ich könnte möglicherweise trans sein. Vielleicht. Im Januar, im Zuge eines Wochenendtrips in die Vergangenheit, habe ich das erste Mal ausprobiert, wie es sich anfühlt, als Mann zu leben. Natürlich ohne Passing, aber indem ich Herrenkleidung trug und mich als Valo ansprechen ließ. Dämme sind geborsten. Es hat mich erschüttert und ich habe viel gezweifelt, obwohl es sich so richtig anfühlte. 36 Jahre der Verdrängung und des aussichtslosen Versuchs, das, was immer schon im Innen existierte, zu ignorieren, fanden ein jähes Ende. Wie kann das sein, daß ich trans bin? Ich bin doch schon so vieles, was ungewöhnlich ist (behindert, polyamor unterwegs, …), warum dann auch noch das? Wieso habe ich mir für dieses Leben ein so fettes Paket aufgeladen? Letztlich blieben diese Fragen unbeantwortet und im Grunde sind sie auch nicht wichtig. Wichtig ist, daß ich mich auf den Weg gemacht habe. Bereits im Februar habe ich mich bei einer Hausärztin geoutet, und eigentlich ging dann alles sehr schnell. Therapieplatzsuche, Antrag auf Vornamens- und Personenstandsänderung, zwei Gutachtergespräche und Beginn der Hormontherapie – check!

Gleich zu Beginn der Transition habe ich mir versprochen, alles, was mir begegnet und widerfährt, wichtig und als für mich förderlich anzusehen. Das war nicht immer leicht. Es gab einen Arzt, der seine Macht über mich ausspielte, was mich stinkwütend machte. Auf der anderen Seite gab es viele andere Ärzte, die sich für mich einsetzten und mich gut berieten. Um an den Treffen der Selbsthilfegruppe teilzunehmen, brauchte (und brauche) ich all meinen Mut, denn ich bin sozial stark gehemmt – wie ich inzwischen weiß, auch eine Folge meiner bisher nicht bewußt gewesenen Transidentität. In der Gruppe fand ich andere, die “so sind wie ich”, Verständnis und viele hilfreiche Anregungen und Tips. Ich begab mich auf eine Reise in meine Vergangenheit, in der viel Schmerz und große Mißverständnisse liegen. Es ist wichtig, das alles aufzuarbeiten, aber es kostet mich unglaublich viel Kraft und mindestens ebenso viel Mut. Menschen, die ich als Freunde betrachtet habe, haben sich von mir abgewandt, was mich nachhaltig und tief verletzt hat. Dennoch habe ich Menschen an meiner Seite, die loyal zu mir stehen. Für mich selbst war 2014 total ambivalent. Es hat alles in Frage gestellt, das ich über mich und andere zu wissen meinte.

In diesem Jahr habe ich jedoch nicht nur innere Freiheit durch mein Coming Out erlangt: ich habe mir einen langgehegten Wunsch erfüllen können, nämlich eine Rollstuhlrampe für das Auto. Zwar kann ich immer noch keine großen Strecken fahren, aber ich komme schon ganz gut rum und kann endlich tun, was ich seit 2005 nicht mehr tat – allein unterwegs sein. Es ist sehr ungewohnt und in gewisser Weise sogar beängstigend, aber diese Weite in meinem Leben tut mir gut. Ich will noch mehr davon.

In diesem bewegten Jahr blieb leider viel zu wenig Zeit für Yoga und Meditation. Eigentlich bräuchte ich das täglich, damit es mir richtig gut geht, aber viel zu oft haben Sorgen und Termine die nötige Zeit dafür gefressen. Ich habe außerdem eine recht starke Abkehr von den Dogmen und Lehrsätzen des Kundalini Yoga erfahren – je mehr Zen, desto weniger Kundalini Yoga. Zen ist mir dieses Jahr besonders wichtig geworden.

[Familie] Wir schlagen uns eigentlich immer noch mit denselben Problemen rum: unser Sohn hält sich an keinerlei Regel oder Abmachung, wodurch der Alltag zäh bis lästig ist. Nach 16 Monaten Therapie ohne auch nur eine Diagnosestellung bei einer Therapeutin, die uns allen fürchterlich auf den Senkel ging, stehen wir so klug da wie zuvor. Unser Sohn ist auf die fortführende Schule gekommen, wo die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern unterm Strich besser ist als an der Grundschule, was nur leider nicht viel hilft, wenn das Kind nicht mitzieht. Bei mehreren nicht gemachten Hausaufgaben die Woche, nicht wahrgenommenen Terminen und Co. sehe ich derzeit dunkelgrau bis schwarz für die Zukunft, wenn das so weitergeht. Ich arbeite daran, zu verstehen, daß ich meinen Sohn nicht über die “Ziellinie” tragen kann. Ich kann ihm nur helfen, Wissenslücken zu füllen, ihm mit guten Beispiel voranzugehen und klar und authentisch zu kommunizieren, den Rest muß er selbst einsehen und entsprechend handeln. Oder eben nicht. Jedenfalls ist es doch nett, wenn man von zig Psychologen und Ärzten hört, daß man mehr getan hat und tut als die meisten Eltern überhaupt können. Gemessen an dem Kinderstreß ist die Transition allerdings ein Spaziergang.

Im Oktober ist meine Katzengefährtin Ivy gestorben. Sie war meine beste Freundin, meine Co-Autorin und echt ein Seelchen. Sie fehlt mir immer noch sehr und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht wünschte, ich könnte sie wieder an ihrem Goldbauch kraulen. Dafür ist Hermine bei uns eingezogen. Eine verschmustere, menschenzugewandtere Katze ich habe noch nicht erlebt. Allerdings sind wir immer noch dabei, uns aneinander zu gewöhnen. Leider hat sie mit einem kranken Ohr zu tun, so daß wir fast jede Woche beim Tierarzt sind. Nun wurde sie auch noch operiert. Kein leichter Start also.

Im Sommer habe ich vom Tod eines Verwandten erfahren, der mich stark mitgenommen hat.

Im Haus konnten wir dieses Jahr einige Baustellen bearbeiten, wodurch wir echt an Lebensqualität gewonnen haben. Ich habe mich endlich dazu durchgerungen, doch mal ein paar Vorhänge aufzuhängen und einen Hauch Deko einziehen zu lassen. Sowas liegt mir nicht im Blut. Ich habe keinen Spaß daran, zu dekorieren oder den Kram auch noch zu putzen, aber ja, es hilft dabei, den Wohnlichkeitsfaktor zu erhöhen. Ich finde es jedenfalls bemerkenswert, daß Deko für mich eine rein technische Entscheidung ist O.o

[Gesundheit] Im Mai ereilte mich ein richtig krasser Hexenschuß, ironischerweise nach einer Yogastunde, wo mein Körper also warm und gedehnt war. Arsch! Die Woche im Krankenhaus habe ich merkwürdigerweise dennoch irgendwie genießen können: Ruhe und Frieden (sicherlich auch dank Morphinen). Seit dem Sommer dann wieder Bluthochdruck vom Feinsten: andere Medikamente, sonst keine Idee. Inzwischen glaube ich, das könnte mit einer zu niedrigen Temperatur im Wasserbett zusammenhängen, die halt einer Unterkühlung gleichkommt, aber daran knöstere ich noch herum. Im November habe ich mit der HRT begonnen, nehme also nun Testosteron, welches ich offenbar gut vertrage. Daß mein Rücken noch immer verstimmt ist, zeigt er mir des öfteren durch Schmerz, der bis in die Hüftgelenke strahlt und sie dann blockiert. Da kann ich nicht viel mehr machen als Yoga und dehnen. Unterm Strich war das Jahr in gesundheitlicher Hinsicht nicht so berauschend.

[Kreativität] Vom Frühling bis in den Sommer hinein habe ich viel aquarelliert, doch durch die ganzen Probleme und den Streß versiegte dann irgendwann die Lust an der Kreativität. Im Sommer habe ich ein bißchen bebastelt (u.a. “Meine Heimat in der Nußschale” und ein weiteres Projekt, das ich noch zeigen möchte). Mit dem Nähen habe ich erst wieder im Herbst begonnen, bis dahin stand meine Pfaffi still. Ab September kam endlich meine Nählust zurück und ich habe ein bereits vor Jahren genähtes Top gequiltet und mir ein anderes vorgenommen sowie zwei Craft-From-My-Stash-Quilts genäht bzw. begonnen. Es wird. Außerdem habe ich erneut meinen Stoffschrank rigoros aussortiert und nur behalten, was ich meine, noch verwenden zu wollen. Überhaupt war das Loslassen von Dingen, die mich blockieren, ein wichtiges Herbstthema, das ich mit in den Winter genommen habe. Ich habe mich von vielen Sachen getrennt, darunter Erinnerungsstücke wie Briefe, Photos und Co. Ich habe das Bedürfnis, tabula rasa zu machen und alles aus meinem Leben zu werfen, was mir nicht das Herz öffnet oder irgendwie dient.

[Spiritualität] Nach mehreren relativ unspirituellen Jahren, in denen mir alles, was ich über Naturspiritualität, Rituale, Schamanismus und Co. weiß, trivial und unwichtig vorkam, kommt allmählich wieder Bewegung in die Sache. Ich befasse mich intensiv mit Männerspiritualität, was losgelöst vom christlichen Kontext manchmal gar nicht so leicht ist. Es gibt nämlich durchaus Bücher dazu, aber scheinbar nur sehr wenige Männer, die tatsächlich praktizieren – und das dann auch noch mit einem Transmann machen würden (andererseits bin ich ja so unglaublich gruppentauglich *hust*). Fühle mich da irgendwie in der Schwebe. Frauenrituale und -themen sind nichts, was mich ansprechen würde, und für einen reinen Männerkreis fühle ich mich noch nicht Kerl genug. Kommt Zeit, kommt Bart Rat.Ich merke außerdem, daß ich knauserig damit geworden bin, meine Gedanken über Spiritualität und meine spirituellen Erlebnisse und Erfahrungen zu teilen. Warum? Keine Ahnung. Das liegt vielleicht daran, daß ich vieles, was im deutschsprachigen Raum dazu geblogt wird, merkwürdig hohl und entsetzlich langweilig finde. Mir ist klar, daß jeder klein anfängt, aber es langweilt mich einfach, zum x-ten Mal dasselbe 08/15-Geschwafel über die Jahreskreisfeste zu lesen. Sorry. Da gelangt man schnell in die Lage, Dinge preiszugeben und zu teilen, obwohl kein Dialog entsteht. Und das ist frustig. Gleichzeitig habe ich ein Süppchen am köcheln, für das es noch nicht an der Zeit ist. Mal sehen, wie sich das alles entwickelt.

[Intellektualität] Astrophysik, die Wissenschaft von Yoga und Zen waren die drei Themen, die mich dieses Jahr begleitet haben. Ansonsten habe ich eine Menge über Physiologie gelernt. Und die ganzen verschwurbelten Abläufe innerhalb der Transition.

[Konsum] Anfang dieses Jahres habe ich alle meine Frauenklamotten in große Kisten gepackt und in den Keller schleppen lassen. Meine schlagartig leeren Schränke wollten aber aufgefüllt werden. Es war eine total neue Erfahrung für mich, daß Shopping Freude machen kann, denn bisher habe ich mich immer eher dazu gezwungen. In der Herrenabteilung finde ich eigentlich immer etwas und das sieht man meinem Schrank inzwischen auch an. Vorzugsweise kaufe ich übrigens Hemden und Krawatten ♥ Neu ist auch, daß ich inzwischen meist so vier, fünf unterschiedliche Duschgele in Gebrauch habe – ich habe jahrelang nur Stückseife benutzt. Die teuerste Anschaffung in 2014 war wohl ein Trockenbett, auf dem ich nicht schlafen konnte, das aber glücklicherweise von meinem Mann übernommen werden konnte. Ich selbst habe mir zwei neue Wassermatratzen gekauft – die eine, die leicht beruhigt war, war bereits nach vier Monaten moderatem Gebrauch defekt, so daß ich zuletzt auf FreeFlow umgestiegen bin. Die einzige Anschaffung, die ich nicht wirklich gebraucht hätte, war meine Armbanduhr “Santa Anna” von Ingersol (falls das jemanden interessiert). Und die liebe ich total. Bücher, Musik, Filme, Stoffe, Farben und so Zeug habe ich praktisch gar nicht gekauft, obwohl ich den Karlsruher Bücherschränken viele tolle Lesestunden verdanke.

[Essen & Trinken] Seit dem Frühjahr plagten mich massive Gelüste nach Fisch und Fleisch, mit denen ich mich bis in den Sommer hinein herumquälte, bevor ich ihnen nachgab. Seither esse ich wieder omnivor, allerdings durchaus nicht wahllos. Allein aufgrund meiner hochgradigen Laktoseintoleranz kommen viele Produkte für mich nicht in Frage (Sahne, Butter, Frischkäse) und bestimmte Fleischsorten oder -zubereitungen habe ich noch nie gegessen und werde ich auch niemals essen. Momentan esse ich etwa zweimal die Woche Fleisch oder Fisch, dazu noch ein Ei und etwas Käse zum Frühstück – und damit geht es mir gut. Mein recht großer Appetit auf Käse hat seit September schon wieder nachgelassen, obwohl ich Risotto mit Parmesan oder Pizza mit Mozzarella zum Hinknien finde. Viele Sachen schmecken mir in ihrer veganen Variante besser als omnivor (z.B. Sahnesaucen mit Cashews oder Räuchertofu in deftigen Eintöpfen). Körperlich und mental geht es mir derzeit besser als in den letzten rein veganen Monaten. Ein Gedanke, der sich mir auch schon aufgedrängt hat, war, daß ich eigentlich mein Leben lang Vorreiter für irgendwelche Trends war, und daß es angesichts der Veganschwemme vielleicht nicht verwunderlich ist, daß ich mich da bereits wieder von verabschiedet habe… *gacker*

[Zum ersten Mal gemacht] Mich als trans geoutet. Aufgrunddessen diskriminiert worden. Eine Therapie begonnen. Testo genommen. Alkohol getrunken, absichtlich. Zu einer Selbsthilfegruppe gegangen. Allein unterwegs gewesen.

[Leider nicht gemacht] Im Urlaub gewesen. Gut geschlafen.

[Alben und Songs des Jahres] Wovenhand, insbesondere ihr Live-Album “Live At Roepaen” und das Studioalbum “Consider The Birds”. Da blieb nicht viel Platz für anderes.

[Lieblingsorte in diesem Jahr] Ich bin mir nicht sicher, ob ich da welche hatte…

[Erkenntnis des Jahres] Ich bin trans.

[Drei besondere Highlights] Beginn der Hormontherapie. Mehr gab es wohl nicht.

[Drei schröckliche Tiefpunkte] Ivys Tod. Krankheiten. Mein Unmut über illoyale, unzuverlässige Menschen.

[Drei Pläne für’s neue Jahr] Endlich gut schlafen. Neuer Therapieversuch für’s Kind. Urlaub in England.

[2014 in wenigen Worten] ♠ F*U*C*K O*F*F! ♠

Falls Du den JahresRückblick auch machen möchtest, hinterlasse doch bitte hier eine Notiz, damit ich ihn lesen kann :)

Valo, 13.12.2014, 20:14 | Abgelegt unter: Allgemein,Blogkram | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

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Valo, 12.12.2014, 21:04 | Abgelegt unter: SchaMagisches | RSS 2.0 | TB | Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

:: Die Gutachtergespräche ::

Im November hatte ich die beiden Gutachter-Gespräche für meine Vornamens- und Personenstandsänderung (NUPS). Ohne ins Detail zu gehen, möchte ich hier ein bißchen von Ihnen erzählen, weil ich den Eindruck habe, daß vielen Transmenschen vor ihnen bange ist und sie befürchten, einen “Seelenstrip” hinlegen zu müssen. Die gute Nachricht gleich zu Beginn: man darf dem Gericht zwei Gutachter vorschlagen, die noch nicht einmal aus dem Bundesland kommen müssen, in dem man gemeldet ist. Ich kann nur empfehlen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Informiert Euch z.B. in Transforen oder bei Selbsthilfegruppentreffen darüber, welche Erfahrungen andere mit ihren Gutachtern gemacht haben. Natürlich ist es ganz individuell, mit welchem Gutachter man klarkommt, aber ich persönlich bin gut damit gefahren, mich für zwei zu entscheiden, die als transfreudlich bekannt sind.

Nachdem ich den Antrag auf meine NUPS eingereicht hatte, bekam ich wenig später vom Gericht einen Brief. In diesem wurde ich aufgefordert, mit meinen beiden Gutachtern Gesprächstermine zu vereinbaren und dem Gericht schriftlich mitzuteilen, wann diese stattfänden. Ich war ziemlich überrascht davon, daß einer der beiden mich noch direkt in derselben Woche empfangen hätte, legte jedoch beide Termine in den November.

Das erste Gespräch verlief nun wirklich völlig anders, als ich erwartet hatte. Wir hatten ausgemacht, uns im Privathaus des Gutachters zu treffen, und ich wurde unglaublich herzlich empfangen – als wären wir alte Bekannte. Wir plauschten ein paar Minuten über dies und das, bevor wir in das eigentliche Gespräch einstiegen. Im Vorfeld hatte ich dem Arzt unaufgefordert meinen sog. “Translebenslauf” gemailt, an dem wir uns grob entlanghangelten. Zunächst wollte er mehr über meine familiäre und gesundheitliche Vorgeschichte wissen, wandte sich dann aber bald einzelnen Punkten des Lebenslaufs zu, die wir dann vertieften. Die einzigen Fragen, die ich als unangenehm empfand, waren die nach meiner Mens und dem Brustwachstum, wobei das definitiv am Thema und keinesfalls an der Art der Fragen lag (ich fühlte mich darin sogar sehr verstanden und aufgefangen). Es gab noch eine einzige Frage nach meinem Sexleben, wobei der Gutachter direkt an seine Frage anschloß, daß ich bitte ohne Details antworten solle. Über diesen Punkt hatte ich mir vorweg ziemlich arg den Kopf zerbrochen, denn es scheint offenbar Gutachter zu geben, die dieses Thema sehr ausführlich behandeln, und das wäre mir nun doch unangenehm gewesen – umso glücklicher war ich, daß meine Sorge umsonst gewesen war. Nach etwa eindreiviertel Stunden waren wir fertig und der Arzt versprach, mir und dem Gericht das Gutachten innerhalb von ein paar Tagen zuzusenden. Tatsächlich war ich Montagabend bei ihm gewesen und hatte das Schreiben am Donnerstag im Kasten. Das nenne ich mal prompt! Sein schriftliches Gutachten von mir fand ich trotz einiger kleiner Fehler, die sich in seine Schilderung meiner Biographie eingeschlichen hatten, fair und dem Gespräch entsprechend.

Das zweite Gespräch fand in der Praxis des Psychiaters statt und war ingesamt…ich sage mal…professioneller. Es war wirklich ein Arztgespräch und erweckte nicht den Anschein, es sei ein Plausch unter Bekannten. Auch ihm hatte ich im Vorfeld meinen Translebenslauf zugeschickt. Der Gesprächseinstieg war ganz anders: wir redeten direkt über Phalloplastiken *lol* Wieder wurde meine familiäre und gesundheitliche Vorgeschichte aufgearbeitet, dann wandten wir uns einzelnen Punkten meines Lebenslaufs zu. Dieser Arzt fragte ein wenig dezidierter nach Mens, Brustwachstum und Sexleben, aber auch wieder sehr zurückhaltend und behutsam. Mehr noch als der erste Gutachter war er an meiner Poly-Beziehung interessiert, aber ich schätze, das war weniger dem Transkontext geschuldet, sondern der Tatsache, daß das doch eher selten vorkommt. Insgesamt dauerte das Gespräch anderthalb Stunden. Sein schriftliches Gutachten von mir fand ich ebenfalls fair und dem Gespräch entsprechend. Ein bißchen überrascht war ich allerdings von seiner Länge: statt der üblichen fünf Seiten hatte er zwölf geschrieben.

Beide Gutachter sind mir respektvoll begegnet und ich fühlte mich von beiden ernstgenommen und unterstützt. Falls Du selbst die Vornamens- und Personenstandsänderung anstrebst, kannst Du gern bei mir per Mail ihre Namen anfragen.

Valo, 12.12.2014, 14:22 | Abgelegt unter: Transgender | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: How To Wasserbett ::

2014 muß laut chinesischem Horoskop das Jahr der Wasserbetts sein. Anders ist wohl nicht zu erklären, warum ich seit Weihnachten 2013 permanent mit meinem Bett beschäftigt bin. Ich bin ehrlich: wenn ich in einem Trockensystem schlafen könnte, hätte ich das Wasserbett wohl schon lange entsorgt. Da ich aber nicht in einem Trockensystem liegen kann (ja, auch das habe ich dieses Jahr ausprobiert), mußte ich entsprechend hartnäckig sein, um meine Wasserbetten zu kapieren (ich hatte dieses Jahr drei davon). Ich habe dabei festgestellt, daß es offenbar sehr viele Menschen gibt, die ihr Wasserbett nicht verstehen, und entsprechend frustriert nach kurzer Zeit aufgeben, denn leider sind die meisten sogenannten Wasserbettenexperten blinde Führer der Blinden. Vielleicht ist 2014 ja auch das Jahr der Augenringe… Ich dachte also, wenn ich in diesem Jahr nur durchschnittlich vier Stunden Schlaf die Nacht kriege, dann könnte ich zumindest mal meine Erkenntnisse festhalten, in der Hoffnung, daß irgendjemand, der mit seinem Wasserbett annähernd solche Probleme hat wie ich, das hier hilfreich findet.

Ich muß an dieser Stelle auch mal meinem schwefelspuckenden Unmut über Wasserbettenforen Ausdruck verleihen. Mir ist klar, daß ich meinen Körper und seine Reaktionen sehr viel feiner wahrnehme als die meisten Menschen, aber es kann doch echt nicht sein, daß ich, wenn ich meine Beobachtungen schildere, als hysterisch hingestellt werde, bloß weil die “Experten” nicht imstande sind, ihren Horizont zu erweitern. Das ist so, als würde man einem Menschen mit gebrochenem Bein verklickern, das sei alles rein psychisch und da täte bloß was weh, weil er das erwartet. Für mich persönlich lautet der beste Rat, den ich geben kann, also definitiv: glaube Deinen Empfindungen. Immer. Wenn Du spürst, daß da etwas nicht stimmt, dann stimmt da etwas nicht. Period. Versuch erst gar nicht, Dich mit irgendeinem Zustand abzufinden, der nicht für Dich paßt, auch wenn “Experten” dazu raten. Wenn es nach zwei, drei Tagen nicht paßt, dann paßt es nicht und wird auch nicht dadurch passend, daß Du den Zustand ignorierst. Ein falsch eingestelltes Wasserbett kann ziemlich krasse gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Und ich finde, darauf wird beim Kauf und bei der Betreuung nicht deutlich genug hingewiesen. Meiner Meinung nach ist ein Wasserbett absolut ungeeignet für Leute, die sich einfach ins Bett hauen und für die nächsten zehn Jahre Ruhe haben wollen. Wenn Du das willst, kauf Dir ein Trockensystem.

So. Und jetzt gucken wir uns alle Faktoren der Reihe nach an, mit denen ich dieses Jahr zu tun hatte.

Defektes Vlies

Weihnachten 2013 habe ich eine Flasche Conditioner in mein altes Bett reingekippt und von da an lag ich wie Affe auf Schleifstein. Das ist etwas, was sämtliche “Experten” noch niiiiiiiie gehört haben. Ich habe also bis April (!) versucht, mein Bett von der Füllmenge her richtig einzustellen, was partout nicht klappen wollte. Nach über vier Monaten war es mir zu doof und ich habe ein Trockensystem gekauft. Als wir das Wasserbett dann leerpumpten, stellten wir fest, daß das Vlies an einer Stelle gerissen war und total verknubbelt im Bett lag. Naja. Daß sämtliche “Experten” (nein, die Anführungszeichen kann ich nicht sein lassen) in den vier Monaten, in denen ich immer wieder um Hilfe beim Füllstand bat, nicht ein einziges Mal auf die Idee kamen, nach kaputten Vliesen zu fragen, finde ich schon den Hammer, denn um Rat gebeten hatte ich mehrere niedergelassene Händler, einen Wasserbettenmonteur, der damit hauptberuflich seine Brötchen verdient, Wasserbetten einzustellen, und eben online in Foren. Alle, restlos alle haben mich damit abgespeist, daß ich mir das einbilden würde und daß es ja nicht sein könnte, daß ich keinen funktionierenden Füllstand finde. Das müsse an mir liegen. Weil ich behindert bin. Weil ich so sensibel bin. Weil meine Wahrnehmung verdreht ist. Weil ich das erwarte. Bullshit, Jungs und Mädchen!

Vliese übernehmen im Wasserbett die Funktion eines Wellenbrechers. Viele Leute, die vom Trockensystem auf’s Wasserbett umstellen, befürchten, daß sie seekrank werden, wenn das Wasser schunkelt. Die Wasserbettenindustrie wirbt damit, daß stark beruhigte Wasserkerne den Umstieg erleichtern und dennoch den vollen Komfort eines Wasserbetts bieten, was ich mal stark bezweifeln möchte. Wasserbetten funktionieren aufgrund des sog. hydraulischen Druckausgleichs. Will sagen: wenn die Füllmenge stimmt, wird der Körper vom Wasser getragen, sinkt also weder ein, noch wird er hochgedrückt als läge man auf einem Wasserball. Durch die Vliese im Kern wird aber bereits Volumen beansprucht – Volumen, das dem Körper nicht mehr für’s Einsinken zur Verfügung steht. Also liegt der Körper irgendwann auf dem Vlies auf, vor allem bei stark beruhigten Kernen, und kann folglich nicht mehr frei schweben. Wozu man dann noch ein Wasserbett braucht, ist mir ein Rätsel. Traurig finde ich auch, daß viele Wasserbettenhändler behinderten und schwergewichtigen Menschen stark beruhigte Kerne empfehlen. Klar, daran verdienen sie am meisten, denn je mehr Vlies, desto teurer. Stark beruhigte Kerne lassen sich deutlich einfacher einstellen als andere Kerne, denn wenn ich eh schon hart aufliege, kann ich ohnehin nicht mehr unterscheiden, ob nun ein paar Liter zuviel drin sind oder nicht. Folge? Rückenschmerzen. Nackenschmerzen. Wasserbettenfrust. Je weniger beruhigt ein Wasserbett, desto mehr kann man von seinen Vorteilen profitieren und den Schwebeschlaf voll auskosten.

Gucken wir uns die Vliese näher an. Es gibt grob gesagt zwei Sorten von ihnen: solche, die frei im Bett umherschweben, und solche, die mit dem Vinyl verschweißt sind. Leider funktioniert beides nicht besonders gut. Die freischwebenden Vliese neigen dazu, sich irgendwann selbständig zu machen und im Bett umherzuwabern und die verschweißten Vliese reißen sich gern mal los und sorgen dafür, daß der Kern undicht wird. Die Hersteller und Händler erklären dem unzufriedenen Kunden dann, er habe das Bett “unsachgemäß” benutzt. Weil er z.B. übergewichtig ist (klar, das sieht man ja auch nicht, wenn der Kunde in den Laden kommt, gell? Übergewicht passiert immer so plötzlich). Oder weil er mal am Bettrand sitzt, um den Wecker zu stellen. Oder weil er immer nur von einer Seite ins Bett einsteigt. Das sind Argumente, bei denen ich mir eigentlich nur an die Hirnschale langen kann, denn ich kenne echt niemanden, der jede Nacht von einer anderen Seite in sein Bett einsteigt oder sich – Tom Cruise hat es vorgemacht – von der Decke abseilt. Ich finde die Argumentation, daß man sein Bett “unsachgemäß” benutzt, weil man drin pennt, schon sehr unverfroren. Das Traurige ist, daß es wohl eine Menge Kunden gibt, die sich diesen Scheiß sagen lassen und auf eigene Kappe den defekten Kern ersetzen. Wasserbettenhersteller versuchen doch tatsächlich, den Leuten zu verklickern, auf Vliese gäbe es keine Garantie. Auch das ist Bullshit, denn in Deutschland hat man nunmal zwei Jahre Garantie, und daran kann auch ein Wasserbettenhersteller nix drehen. Unterm Strich kann man also festhalten: Vliese sind eigentlich eine blöde Idee im Wasserbett und ein Defekt sollte definitiv in Betracht gezogen werden, wenn man es nicht schafft, einen passenden Füllstand zu finden. Ich schlafe übrigens mittlerweile auf einem Freeflow, also einem Bett komplett ohne Vlies. Problem gelöst.

Noch ein Wort zum Freeflow: Übergewichtigten und Behinderten wird in der Regel eher vom Kauf eines solchen unberuhigten Betts abgeraten, weil es tatsächlich gewöhnungsbedürftig ist. Das Hinlegen und Betten ist schon sehr eigen und man muß die für einen funktionierende Technik erstmal rausknobeln. Wenn man sich z.B. mit dem Ellenbogen hochstützen will, klatscht man hart auf dem Holz unterm Bett auf – autschi! In dem Fall kann ich nur empfehlen, ein stabiles Kissen oder gefaltetes Handtuch unter den Ellenbogen zu legen. Das funktioniert super. Und sobald man liegt, schmeißt man das Teil aus dem Bett. Fertig. Meiner Erfahrung nach ist ein Freeflow sehr gut für Übergewichtige und Behinderte geeignet, denn es kann echt millilitergenau eingestellt werden, ist sehr weich und demnach druckfrei und der Körper kann wunderbar entspannen. Aber ein Freeflow erfordert eine längere Eingewöhnungszeit als ein stark beruhigtes Wasserbett. Selbst erfahrene Wasserbettenschläfer brauchen ein paar Tage bis ein paar Wochen, bis es fluppt. Warum man sich das antun sollte? Weil man mit dem besten Schlaf ever belohnt wird!

Füllmenge

Ich hatte hier schon mal den Versuch unternommen, eine Technik zu schildern, mit der man die für einen selbst passende Füllmenge bestimmen kann. Ich kann das durchaus noch nachvollziehen und für weniger sensible Menschen funktioniert das auch. Inzwischen bestimme ich meinen perfekten Füllstand allerdings anders und möchte dieses Vorgehen kurz schildern.

  1. Sicherstellen, daß keinerlei Luft im Bett ist. Luft im Wasserbett verhält sich wie zuviel Wasser. Man kann den richtigen Füllstand nicht finden, wenn Luft im Kern ist, also raus damit.
  2. Sich ins Bett legen, auf den Rücken. Und zwar mit allem, was man auch nachts im Bett haben wird: Kissen, Pyjama, Decke(n), Kuscheltier, Salamisandwich. Alles. Denn sämtliches Zusatzgewicht verändert die optimale Füllmenge, und das umso stärker spürbar, je weniger beruhigt der Kern ist. Im Freeflow merkt man bereits 200 Gramm, wenn man sensibel ist! Zu diesem Zeitpunkt bitte ohne Kissen hinlegen.
  3. Liegen bleiben und in den Körper reinspüren. Für mich persönlich ist mein Nacken der Indikator für die Füllmenge. Ich spüre sehr genau nach, wo der Nacken aufliegt. Eher im Bereich der Halswirbelsäule, so daß das Kinn Richtung Brust kommt? Dann ist zu wenig Wasser drin. Wird der Kopf nach hinten überstreckt, also in den Nacken gelegt? Dann ist zuviel Wasser drin. Für die meisten Menschen funktioniert diese Einstellungsmethode deswegen nicht, weil sie verlernt haben, ihren Körper wirklich wahrzunehmen. Das braucht Übung, funktioniert aber besser als jede Zollstockmethode. Mein Ziel ist es, mit dem Knochen am Hinterkopf aufzuliegen, also mit der Stelle, die idealerweise im Auto auch von der Kopfstütze gestützt wird. Wenn Du Deine Hand an Deinen Hinterkopf legst, ist das sozusagen die erhabenste Stelle. Da ist der Schädel am robustesten.
  4. Wenn ich mit der Füllmenge in Rückenlage ohne Kissen zufrieden bin, drehe ich mich mit Kissen auf die Seite und beobachte mein Becken. Es sollte sozusagen aufrecht liegen bleiben, so daß der Körper weder nach vorn fällt (dann ist zu wenig drin) noch nach hinten rollt (dann ist zuviel drin). Und dann heißt es ausprobieren und eine Nacht drüber pennen. Die meisten Wasserbetten”experten” empfehlen, zwei bis drei Nächte mit einer Einstellung zu schlafen, weil der Körper sich dran gewöhnen muß. Meiner Erfahrung nach braucht es nicht solange, um festzustellen, ob die Füllmenge stimmt, wenn man seinen Körper kennt. Ich würde nur solange warten, wenn ich nicht in der Lage bin, in mich selbst reinzuspüren, sondern ein klares Feedback vom Körper brauche, in Form von Schmerzen oder so. Ausnahme: Du hast das Bett gerade erst bekommen. Dann braucht es tatsächlich etwas Zeit, selbst wenn die Füllmenge stimmt.
  5. Feintuning. Es heißt, man soll im Bereich des Feintuning in Halbliterschritten agieren. Ich persönlich komme aber besser mit noch kleineren Schritten klar, zwischen 100 und 250 ml. Man soll es nicht meinen, aber das kann Welten ausmachen in einem Wasserbett, das zwischen 400 und 500 Liter faßt.

Ein falscher Füllstand kann zu starken Problemen mit dem Bewegungsapparat führen. Ich selbst hätte mir um ein Haar die Bursa (den Schleimbeutel) aus dem Schultergelenk operieren lassen, weil das Bett zu voll war und ich monatelang Schmerzen hatte und natürlich keinerlei Therapie anschlug. Heute weiß ich, ich hätte mir ein Pfund Schmerztabletten und zwei Liter Cortisoninjektionen schenken können. Aber damals sagten mir alle “Experten”, meine Schulterprobleme könnten keinesfalls am Wasserbett liegen. Muhahaha!

Heizung und Temperatur

Ich habe auf mein altes Wasserbett mit Bluthochdruck und beschleunigtem Puls reagiert. Auch da sagten mir die “Experten”, das sei Schwachsinn, ich würde mir das einbilden. Tatsache aber war, daß ich, kaum daß ich mich im selben Raum aufhielt wie mein Bett, mein Blutdruck stieg und ich kribbelig wurde. Psychosomatik! Erwartungshaltung! Ich habe damals schon echt an meinem Verstand gezweifelt. Klar hat mich mein Bett gestreßt, aber ich spürte, daß ich nicht deswegen so krass reagierte. Am Ende stellte ich durch Feldversuche (Stecker rein, Stecker raus) fest, daß die Heizung defekt war. Kaum, daß sie ans Netz angeschlossen war, krampfte mein Brustkorb zusammen und ich bekam schwerer Luft. Ich denke, auch das ist wieder etwas, das weniger sensible Menschen kaum wahrnehmen werden können, aber ja, sowas gibt’s. Ich reklamierte das Teil und der Hersteller bestätigte mir, daß es defekt ist. Soviel dazu, daß ich bloß hysterisch bin.

Inzwischen habe ich eine Keramikheizung, mit der ich sehr zufrieden bin. Ich spüre sie überhaupt nicht. Von Zeit zu Zeit teste ist das wieder aus, indem ich mich ins Bett lege und mein Mann die Heizung mal einsteckt und mal rauszieht.

Unser Körper ist erstaunlich. Allerdings schafft auch er es nicht, 500 Liter kaltes Wasser aufzuheizen. Im Trockensystem geht das: das Bett ist kalt, man legt sich rein und durch die Körperwärme werden Matratze und Bettdecke warm. Da der Körper aber das Wasser nicht aufgeheizt bekommt, muß es angenehm temperiert sein. Standardsatz beim Wasserbettenkauf: die Oberflächentemperatur der Haut beträgt rund 28°C, also sollte das Bett auf etwa 28°C eingestellt werden.

Nachdem ich also meine neue Heizung hatte, bekam ich wieder Bluthochdruck. Immer so etwa fünf bis zehn Minuten, nachdem ich mich ins Bett gelegt hatte. Natürlich wurde auch diese Beobachtung als Psychosomatik abgetan. Das sei unmöglich! Ich sollte halt einfach meine Tabletten schlucken und den Streß in meinem Leben eliminieren, denn am Wasserbett könne das schlicht nicht liegen! Hypochonder!

Tja, von wegen. Es lag am Bett, diesmal allerdings an der Temperatur und nicht am Strom der Heizung. Ich hatte das Bett auf die Standardtemperatur von 28°C eingestellt. Da die reale von der eingestellten Temperatur abweichen kann, habe ich mir ein Infrarotthermometer gekauft. Das sagte: mein Wasserkern ist exakt 28,3°C warm. Eigentlich perfekt. Nur daß ich ständig Bluthochdruck bekam. Meine Füße und Hände wurden kalt, mein Hintern warm wie Hölle und mein Blutdruck stieg in astronomische Höhen. Ich war damit sogar beim Arzt, der mir gar nicht erst zuhören wollte (Hypochonder!), sondern nur Betablocker verschrieb. Weil ich ja so streßanfällig bin. Allerdings schaffte auch der Betablocker nicht, meinen Blutdruck im Bett zu senken. Nur tagsüber kackte er total ab. Sehr gesund.

Da ich im Bett überhitzte, dachte ich natürlich, das Bett sei zu warm eingestellt und stellte die Temperatur runter. Effekt? Noch mehr Beschwerden. Zumal Wasserkerne eigentlich nie unter 28°C gestellt werden sollen, weil sonst das Wasser kippen kann – und das will keiner. Daß zu kaltes Wasser dazu führen kann, daß man schwitzt, ist bekannt. Nur schwitzte ich nicht. Mein Bett war rappeltrocken, was angeblich auch nicht sein kann. Irgendwann war ich so ratlos, daß ich dachte, ok, ich bin wirklich bekloppt. Das ist psychosomatisch. Kann ja nur an mir selbst liegen. Und dann – in einer dieser wunderbaren drei-Stunden-Nächte – habe ich das Infrarotthermometer auf mich selbst gerichtet. Schön, daß die normale Hautoberflächentemperatur bei 28°C liegen soll. Meine liegt bei 33,5°C! Natürlich ist da ein Wasserkern, der gerade mal auf 28°C kommt, viel zu kalt. Da könnte ich mich auch auf die Straße legen. Also Heizung hoch.

Das Konfuse ist, daß ein zu kaltes Bett ähnliche Symptome verursacht wie ein zu warmes Bett: man schwitzt, bestimmte Körperpartien werden glühend heiß, Mund und Augen dörren aus. Ich habe also sehr genau beobachtet, wie ich allgemein auf Wärme und Kälte reagiere (was bei vielen Bluthochdruckpatienten ähnlich sein dürfte). Bei Kälte fange ich an zu schnattern. Kälte tut mir körperlich weh. Ich kann Zugluft nicht ertragen und brauche immer schön warme Klamotten. Bei Wärme fühle ich mich gut, solange sie keine badische Sommerhitze wird. Im Winter sitze ich gern am Ofen, mit Quilt und Katze und heißem Tee. Da entspanne ich, da geht der Blutdruck runter. Also konnte mein hoher Blutdruck im Bett nicht daher kommen, daß es tatsächlich zu warm war, denn dann hätte ich irgendwann mal den Punkt erreicht haben müssen, wo ich entspanne.  Als ich die Temperatur allmählich abhob (die Heizung kann ja nicht mal eben 500 Liter kaltes Wasser konstant durchwärmen, das braucht tatsächlich immer mal 24 Stunden), begann ich zu schwitzen. Das war allerdings kalter Schweiß, den ich angeblich schon viel früher hätte haben sollen. Es gibt also einen Punkt, wo der Körper so kalt wird, daß er nicht mal mehr schwitzen kann. Als nun das Bett feucht war, war ich sehr versucht, die Heizung wieder runterzustellen. So rein von der Logik her denkt man ja, Schweiß heißt, es ist zu heiß, zumal bestimmte Körperpartien eben auch so heiß wurden. Ich habe dann aber beherzt noch höher gedreht. Bis eben der Wasserkern sich meiner Oberflächentemperatur angenähert hatte. Zu dem Zeitpunkt wurde eine andere, dünnere Decke fällig (was dann auch wieder die Füllmenge beeinflußte), aber der Blutdruck sank.

Kurz gefaßt: wenn das Bett zu kalt ist, kann man Bluthochdruck bekommen. Es kann sich anfühlen wie ein zu heißes Bett, weil der Körper krampfhaft gegenzusteuern versucht und das Blut in Kopf und Rumpf gepreßt wird. Also immer die eigene Hauttemperatur messen und das Bett entsprechend temperieren.

Nicht unerheblich ist auch die Raumtemperatur. Ich z.B. liege mit den Füßen nur einen knappen Meter vom Fenster entfernt und wenn es draußen kalt wird, dann merke ich das, weil die kalte Luft praktisch auf meine Füße “drauf fällt”. Da kann das Bett so warm sein, wie es will, wenn die Füße kalt sind, schläft es sich nicht gut. Ich habe also einen wärmeisolierenden Vorhang aufgehängt und lege in extrakalten Nächten noch eine sehr dünne, aber warme Lama-Wolldecke drüber.

Bettzeug

Auch das Bettzeug spielt im Wasserbett eine große Rolle. Der Wasserkern liegt bei einem Softside-Bett (einem Bett mit Schaumstoffrahmen) unter dem Top, also einer Auflage. Die Standardauflagen, die recht günstig sind, sind mMn totaler Schrott: nicht atmungsaktiv, nicht genug dehnbar, nicht stützend genug. Es zahlt sich auf Dauer nicht aus, am Top zu sparen. Ich selbst liege inzwischen, nach mehreren gescheiterten Versuchen mit Baumwoll-, Microfaser-, Frottee- und Nickitops, auf einem Top, das aus einer Klimahohlfaser und Cashmir gewebt ist. Es ist relativ dick, dabei dehnbar, und atmungsaktiv.

Die meisten “Experten” raten dazu, im Wasserbett nur kleine, flache Kissen zu verwenden. Wenn ich das tu, bekomme ich Nackenschmerzen deluxe, denn ich brauche etwas mehr Unterstützung in diesem Bereich. Ich verwende inzwischen ein 40×80 cm großes Nackenstützkissen, aus dem ich die innere, stabile Welle rausgenommen habe. Manchmal, wenn ich merke, daß ich im Nacken einknicke, die Füllmenge im Bett aber stimmt, lege ich mir ein Geschirrtuch oder Handtuch unter das Kissen, damit es leicht an Höhe und Stabilität gewinnt. Außerdem brauche ich unterschiedliche Kissenhöhen für die rechte und die linke Seite (wieder etwas, was es angeblich nicht gibt). Mein Körper ist asymmetrisch und das macht sich bemerkbar. Übrigens halte ich die meisten Kissen, die es heute zu kaufen gibt, für zu weich. Sie geben nicht genug Unterstützung, wodurch man im Nacken einknickt. Und im Wasserbett merkt man das dann auch im Becken und den Knien.

Die Decke hat entscheidenden Einfluß auf das Klima im Bett. Wenn das Bett von der Temperatur her gut eingestellt ist, wird man per se eine dünnere Decke brauchen als in einem Trockensystem. Die Decke sollte unbedingt atmungsaktiv sein, wobei da die Wahrnehmungen sehr differieren können. Tencel ist z.B. atmungsaktiv und wird für Wasserbetten empfohlen, aber ich fühle mich dadrunter wie unter Frischhaltefolie. Ich benutze ein Vierjahreszeitensteppbett aus Klimahohlfaser. Allerdings nur die dickere Schicht, die dünnere brauche ich nicht noch zusätzlich. Im Winter kommt manchmal die Lama-Decke drüber, fertig.

Zusammenfassung

Ein Wasserbett ist der Himmel auf Erden, wenn man es für die eigenen Bedürfnisse eingestellt hat. Wahrzunehmen, wie der eigene Körper reagiert, ist diffizil und erfordert Übung und die Bereitschaft, sich auf das einzulassen, was wirklich vorliegt, auch wenn es nicht den Standardlehrsätzen der Wasserbettenbranche entspricht. Inzwischen glaube ich, daß viele Wasserbettenschläfer dieselben Probleme haben wie ich sie hatte, daß ihnen aber nicht geholfen werden kann, weil kein Bewußtsein über die feinen Zusammenhänge existiert und die “Experten” leider dazu neigen, ihre Kunden als hysterische Hypochonder und Idioten abzustempeln, wenn sie nicht mit der 08/15-Lösung zurecht kommen.

Wer keine Lust hat, sich auf seinen Körper einzulassen, für den ist ein Wasserbett nicht geeignet. Für Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder Behinderungen kann ein Wasserbett die Lösung sein, weil es absolut individuell einstellbar ist. Man braucht allerdings wirklich Zeit und Geduld, sich mit dem System auseinanderzusetzen.

Valo, 11.12.2014, 09:41 | Abgelegt unter: Behinderung | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

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Valo, 10.12.2014, 17:35 | Abgelegt unter: FamilienLeben,Transgender | RSS 2.0 | TB | Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

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Valo, 07.12.2014, 23:55 | Abgelegt unter: FamilienLeben | RSS 2.0 | TB | Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

:: WochenendRückblick ::

[Wetter] Ordentlich grau. Viel zu kalt. Ich bin eher für die harten südkalifornischen Winter gemacht :(

[Gemacht] Meine Schuhe geputzt (das mache ich seit meiner Kindheit genau einmal im Jahr, zu Nikolaus, denn sonst kommt der ja nicht^^). Bißchen Weihnachtsschmuck im Haus verteilt. Mein neues Bett betüdelt – es wird wieder ein bißchen Geduld brauchen, es einzustellen, und ich fühle mich gerade wie ein Sack Muscheln. Mit Mann und Kind auf einem kleinen, feinen Weihnachtsmarkt gewesen und da meine Freundin besucht. Mit dem Mann im Möbelhaus gewesen, quick and dirty. Vorhangstange aufgehängt, Vorhänge umgenäht und aufgehängt. Ein Chutney gekocht.

[Crafts ‘n’ Arts] Die Woche habe ich einen neuen Quilt aus Jelly Roll Streifen begonnen. Ich habe noch keinen Namen für ihn. Jedenfalls besteht er aus vier großen Sternen, die aus Rauten genäht werden. Gar nicht mal so einfach. Naja, und die Vorhänge habe ich auch umgenäht.

[Bewegt] Yoga und geradelt.

[Gehört] Der Herr der Ringe 1+2. Drei Fragezeichen.

[Gelesen] Ich lese immer noch in “Winterland”, der Kurzgeschichtensammlung von Åke Edwardson. Habe außerdem mal wieder “Die verborgene Spiritualität des Mannes” von Matthew Fox zur Hand genommen.

[Gesehen] 22 Jump Street. Lieber Weihnachtsmann, wenn ich groß bin, möchte ich einen Körper wie Channing Tatum, bitte. Dafür putze ich sogar öfter meine Schuhe. Deal?

[Getrunken] Leitungswasser und Schwarztee.

[Gegessen] Chicoréegratin mit Schweizer Rösti. Einen VeggieBurger und eine Kirschtasche beim gelben M. Pasta mit Rucola und Tomaten. Bratapfel mit Marzipanfüllung und selbstgekochter Vanillesauce. Selbstgemachte Pizza.

[Gedacht] “Fauch!”.

[Gefreut] Über meine Nikolaussachen: schöner Duschen mit Hugo.

[Geärgert] Dieses Wochenende habe ich meine Mens bekommen. Testo und Östro liefern sich da offenbar gerade einen scharfen Kampf und ich bin sowas von grantig…

[Gelernt] Ich brauche mehr Leere und mehr Stille als alle anderen Menschen, die ich kenne. Ich würde saugern einfach mal 40 Tage allein in der Wüste sein. Oder in einer Kapsel einsam durch’s Weltall fallen. Hauptsache allein und still.

[Gekauft] Ein Stuhlkissen.

[Dankbarkeit] Nach Ivys Tod habe ich eine andere Katze adoptiert, einen Notfall. Ihre Mama ist nach zwei gemeinsamen Jahren sehr krank geworden und die Kleine ist so menschenbezogen, daß sie in der Pflegestelle total gelitten hat. Haben uns direkt ineinander verschossen und leben jetzt schon einige Wochen zusammen. Ich habe sie Hermine genannt, denn sie ist klug und lustig. Sie ist die netteste, zugewandteste Katze, die ich kenne, und ich bin für dieses zauberhafte Wesen einfach nur dankbar ♥

[Spirituelles] Eine Reise, die nicht geplant war, und die ziemlich tief reicht. Eine schöne Meditation. Nachdenken über Männlichkeit, aus der Notwendigkeit heraus, mich derzeit scharf von Weiblichkeit abzugrenzen, auch wenn meine äußere Realität das noch nicht hergibt.

[Und sonst so?] Ich bin traurig darüber, daß ich meinem Sohn nicht vertrauen kann.

[Ausblick auf die nächste Woche] Mein Wichteln-From-My-Stash-Paket macht sich auf den Weg. Ich habe zwei wichtige Termine und möchte gern am Quilt weiternähen.

Valo, 07.12.2014, 19:16 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: Filme im November ::

Im November habe ich wieder festgehalten, welche Filme ich geschaut habe.

  1. Sherlock. Bis auf den ersten Film der ersten Staffel die komplette Serie, und ich bin froh, daß ich ihr nach der ersten Folge nochmal eine Chance gegeben habe. 8 x 90 Minuten = 720 Minuten.
  2. Scream 2. Ich bin ja für die meisten 90er-Filme sehr anfällig und so hat auch er mich gut unterhalten. 120 Minuten.
  3. River Cottage. Ich stehe auf diese Selbstversorger- und Kochsendung mit Hugh Fearnley-Whittingstall! Insgesamt 180 Minuten.

Demnach habe ich im November nicht viele verschiedene Sachen, sondern eher wenige Sachen recht intensiv geguckt :) Unterm Stich 1020 Minuten oder 17 Stunden oder 0,71 Tage.

Valo, 07.12.2014, 12:45 | Abgelegt unter: Machungen | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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