Weltuntergang für Aspies

Gelegentlich schaue ich mir den Content von Leuten, die ich aus meiner Spiri-Blogger-Zeit noch kenne auf Instagram an. Einige Frauen, die ich von damals kenne, posten heute weniger Spiri- als vielmehr Öko-Lifestyle-Content und werden nicht müde, zu betonen, daß die Welt in ungefähr elf Jahren untergeht. Basis für diese Aussage ist der verschwenderische Umgang mit Ressourcen und die Klimaerwärmung und alle mit ihr verbundenen Folgen. Diesen Szenarien zufolge müssen in elf Jahren rund 2 bis 3 Milliarden Menschen umgesiedelt werden, die subtropische Landwirtschaft kommt zum Erliegen und Arktis und Tropenwald hören im Grunde zu existieren auf, was die Klimasituation auf der Erde noch verschärft. Darum plädieren diese Frauen für Zerowaste und Fahrrad statt Auto und weniger Konsum.

Halte ich grundsätzlich für richtig. Aber ich merke auch, daß ich in einigen Aspekten total auf Distanz zu der in ihren Posting mitschwingenden Panik und Hysterie gehe. Stell Dir vor, die Menschheit stirbt aus. Und? Ich denke, das juckt niemanden außer der Menschheit selbst. Ist das nun zynisch oder nur realistisch? Verglichen mit Dinos, die immerhin ein paar Millionen Jährchen hier waren, oder mit Insekten, die sowieso die ungekrönten Könige des Überlebens sind, wären wir dann nun ziemlich kurz hier gewesen. Aber spielt das eine Rolle? Realistisch betrachtet überhaupt nicht.

Für mich heißt das nun im Umkehrschluß nicht, daß man zum Klimaschutz nichts beitragen sollte. Wenn jeder das tut, was ihm möglich ist, wird schon vieles bewegt. Das Problem, daß Menschen eine sehr miese Reaktionszeit haben, ist mir bewußt, und auch, daß die Zeit knapp werden könnte. Es ist nur so, daß ich die Existenz des Menschen bzw. aller Arten von Leben für etwas Zyklisches halte. Selbst die Erde als solche wird nicht ewig existieren – in zwei Milliarden Jahren kracht sie in die Sonne und bis dahin wird zumindest menschliches Leben hier sowieso nicht möglich sein (weil die Sonnenannäherung einfach zu heiß ist).