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Archiv: Samstag, 27. August 2011

:: Irgendwie da ::

Irgendwie sind wir da. Was für eine Reise!

Außer einem Kühlschrank, meinem Bett und dem Internet funktioniert hier noch gar nichts. Überall Gerymple, Kartons, Werkzeug. Dazwischen vier Katzen, die ihre Rangordnung neu ausdiskutieren, weil doch eine Neue dazugekommen ist. Und draußen regnet’s Bindfäden.

Der Umzug als solcher hat gut geklappt und dank dem bombastischen Catering von Andrea sind wir auch nicht verhungert. Nochmals tausend Dank an Dich! :)

Ich finde es ganz interessant, wie sehr dieser Umzug mich dazu bringt, über Besitz nachzudenken. Schon beim Einpacken habe ich mich von vielem getrennt, aber bereits das Auspacken des Bestecks brachte mich ins Grübeln: wozu in aller Welt habe ich mir einen Zestenreißer und einen Kugelausstecher gekauft?! Wenn ich jemals Zesten von Zitrusfrüchten brauche, nehme ich die Schale dünn mit dem Sparschäler ab und schneide sie dann mit meinem Srinky in Zesten. Und ich habe noch nie eine Frucht in Bällchen ausgestochen, egal, wie haute-cuisine-mäßig das aussehen mag, weil’s mir schlicht zu lästig ist. Also weg damit!

Es wird bestimmt noch einiges geben, dessen ich mich entledigen werde. Mir scheint es, als ob Zeug, das erstmal da ist, ständig Energie abzieht. Ich muß es aufbewahren, in Schuß halten, abstauben und mich daher immer wieder – auch unterschwellig – damit beschäftigen. Das gilt auch für meine geliebten Bücher. Ich habe einen ganzen Raum voller Bücher. Ein ganzes Zimmer voll. Du liebe Zeit, das les ich doch nie wieder! Und was, wenn ich in zehn Jahren denke, och, den Alfred-Andersch-Roman, den ich in der 10. Klasse gehaßt habe, muß ich unbedingt nochmal lesen? Na, dann leihe ich ihn aus oder kaufe ihn von mir aus neu. Wieso halte ich dieses Buch jetzt fest? Diese Frage werde ich mir dann wohl beim Auspacken sämtlicher Bücher stellen, denn wir haben locker so an die 5000 Stück, nicht gerechnet Kinderbücher, Patchworkbücher, Fachbücher und Zeitschriften. Argh! Ach ja, habe ich erwähnt, daß ich vor dem letzten Umzug schonmal so etwa 500 Bücher rausgeworfen habe? (…!!)

Dann sind da meine orthopädischen Stiefel. Jedes Paar kostet ca. 1400 €, dagegen kann jeder trendy Stöckelschuh abstinken. Nur kann ich die alten Stiefel nicht mehr tragen, meine Füße haben sich verändert. Ich werde nie wieder in sie reinpassen. Wieso habe ich sie auf? Weil sie teuer waren?

Oder dieser 5-Kilo-Granitmörser. Als Türstopper einfach genial, aber ich zermörsere nix dadrin. War mir schon immer zu anstrengend, und jetzt mit dem Vitamix brauche ich ihn nicht mehr. Hebe ich ihn auch auf, weil er mal teuer war? Oder weil ich meine, im Falle eines Stromausfalls immer noch frisches Pesto zubereiten zu müssen? Das ist doch absurd.

Und so reiht sich Ding an Ding, das ich besitze, aber nicht (mehr) benutze. Überdies habe ich ja auch ein produktives Hobby, sprich: Quilts, Wandbehänge, Kissen und Accessoires werden eher mehr denn weniger. Wenn mir die Zeit des Umzugs was gezeigt hat, dann das: ich komme mit 25 % meiner Besitztümer bestens über die Runden, ohne auch nur das Gefühl zu entwickeln, mir fehle was.

Wann ist nochmal Sperrmüll hier?

Valo, 27.08.2011, 13:02 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 12 Kommentare
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